Investitionen
Standort Deutschland gewinnt Freunde

Geldgeber setzen auf die Bundesrepublik: Gegen den Trend sind in der Wirtschaftskrise mehr Investitionen aus dem Ausland nach Deutschland geflossen. Das meiste Geld stammt aus den USA.
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DÜSSELDORF. Internationale Konzerne haben in der Finanzkrise den Standort Deutschland neu entdeckt. In der Rangliste der Empfänger von Auslandsinvestitionen machte Deutschland 2008 einen Sprung von Rang 18 auf Rang neun. Das geht aus der jährlichen Investitionsstudie der Standortberatungsfirma IBM Plant Location International hervor, die auf einer Datenbank von 80 000 Investitionsprojekten beruht. Anders als andere Investitionsstatistiken bezieht sie nur tatsächliche Ansiedlungen mit neuen Arbeitsplätzen ein und nicht etwa Firmenübernahmen.

Die Zahl der Projekte ausländischer Investoren in Deutschland stieg danach im Vergleich zu 2007 um 60 Prozent auf mehr als 700 und die der dadurch entstehenden Arbeitsplätze um die Hälfte auf rund 27 000. Dem Länderbericht für Deutschland, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, ist außerdem zu entnehmen, dass drei der zehn Arbeitsplätze von US-Konzernen geschaffen wurden.

US-Konzerne bleiben die größten Auslandsinvestoren

Damit bestätigt die IBM-Studie die Resultate des jüngsten Businessbarometers der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland. Es wies Deutschland erstmals vor Osteuropa und Großbritannien als Investitionsschwerpunkt Nummer eins für US-Firmen aus. Diese Studie beruht auf einer Umfrage unter Repräsentanten von US-Konzernen in Deutschland.

Weitere wichtige Herkunftsländer sind hierzulande die Schweiz und Japan, die jeweils für ein Zehntel der von Auslandsinvestoren neu geschaffenen Arbeitsplätze aufkamen. Zum ersten Mal schafften es 2008 die aufstrebenden asiatischen Wirtschaftsmächte Indien und China auf die Liste der zehn wichtigsten Herkunftsländer für Investitionen.

Allerdings investierten deutsche Unternehmen nach wie vor weitaus mehr im Ausland als ausländische Firmen in Deutschland. Die Zahl ihrer Projekte sank zwar um 16 Prozent auf gut 1 000 und die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze um 30 Prozent auf rund 94 000, doch nur die USA investierten weltweit mehr.

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