Investitionen und Exporte steigen: Briten geben weniger Geld aus

Investitionen und Exporte steigen
Briten geben weniger Geld aus

Die konsumfreudigen Briten haben ihre Ausgaben Ende 2004 nicht mehr so stark erhöht wie zuvor. Der private Verbrauch nahm im vierten Quartal 2004 nur noch um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, berichtete das nationale Statistikamt.

pbs DÜSSELDORF. Der Konsum wuchs damit so wenig wie zuletzt Anfang 2003. Besonders flau war das Weihnachtsgeschäft – die Einzelhändler hatten im Dezember den niedrigsten Umsatz seit 25 Jahren erzielt.

Dennoch hat sich in Großbritannien die Wachstumsdynamik insgesamt im vierten Quartal etwas beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs um 0,7 Prozent zum Vorquartal, nach 0,5 Prozent im dritten Vierteljahr. Damit bestätigten die Statistiker ihre erste Veröffentlichung vom 26. Januar. Großbritanniens Wirtschaft wuchs deutlich stärker als die der Euro-Zone, wo das Wachstum zum Jahresende bei gerade einmal 0,2 Prozent lag. In Deutschland schrumpfte die Wirtschaftsleistung sogar um den gleichen Prozentsatz.

In diesem Jahr dürfte sich das britische Wachstum etwas abschwächen, erwarten Ökonomen. Die Mehrheit der Volkswirte rechnet mit einem BIP-Zuwachs von 2,5 Prozent nach 3,1 Prozent im vergangenen Jahr. Ursache für den gedämpften Optimismus dürfte die weiter sinkende Kauflust sein. „Die Entwicklung des privaten Verbrauchs ist ein Risiko“, sagte George Buckley, Volkswirt bei der Deutschen Bank in London, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die Ökonomen der britischen Bank HSBC sehen die Ursache für das langsamere Konsumwachstum in den sinkenden Immobilienpreisen. Während des jahrelangen Immobilienbooms sanken gleichzeitig die Zinsen, deshalb konnten die Briten ihre Hypothekenkredite zu immer günstigeren Konditionen umschichten. Dadurch blieb mehr Geld für den täglichen Konsum. Diese zusätzliche Geldquelle fällt nun aus.

Die Zahl der neu genehmigten Hypothekendarlehen war im Januar um 43 Prozent niedriger als im Jahr zuvor, berichtete der britische Bankenverband. Das wertet John Butler von HSBC als Zeichen für ein weiteres Nachlassen des Konsums. Gleichwohl kann er den Details zum Wachstum auch etwas Positives abgewinnen. Die Unternehmen haben im vierten Quartal 1,4 Prozent mehr investiert und die Exporte um 1,9 Prozent gesteigert. Dass sich der britische Unternehmenssektor erholt, ist für ihn ein Signal, dass die Wirtschaft beginnt, die Balance wieder zu finden.

Trotz der prognostizierten leichten Verlangsamung des Wachstums erwartet Butler, dass die britische Notenbank die Leitzinsen weiter erhöht – spätestens Mitte des Jahres mit einem Schritt um 25 Punkte.

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