Investoren reagieren zunehmend nervös
Dollar-Schwäche bewegt die Börsen

Die immer deutlicher werdende Konjunkturschwäche in den USA droht, die Finanzmärkte nach unten zu ziehen. Jüngstes Beispiel ist der überraschend starke Einbruch des Einkaufsmanagerindexes für die verarbeitende Industrie. Nachdem der Wert unter die magische 50-Prozent-Marke gefallen war, drehten am Freitagnachmittag die Aktienmärkte weltweit ins Minus.

FRANKFURT/NEW YORK. Verstärkt wurde der Ausverkauf an den Börsen dadurch, dass sich mit der Wachstumsschwäche auch der Verfall des US-Dollars beschleunigt hat. Der „Greenback“ wird gegenüber dem Euro nur noch mit 1,33 Dollar gehandelt. Die US-Währung nähert sich damit ihrem Allzeittief. Vor zwei Jahren hatte der Euro 1,36 Dollar gekostet.

Sollten sich Wachstums- und Dollar-Schwäche in den USA fortsetzen, könnte das nicht nur die Hoffnungen der Börsianer auf eine Jahresendrally zunichte machen. Experten rechnen außerdem damit, dass auch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihren Kurs überdenken muss. „Wir gehen davon aus, dass der Wachstumsrückgang die Fed zu einer Lockerung ihrer Geldpolitik bewegen wird“, schreibt James O’Sullivan, Volkswirt bei der Schweizer Großbank UBS in Stamford. An den Terminmärkten für Zinskontrakte haben die Händler inzwischen eine erste Zinssenkung bis März 2007 fest eingepreist.

Die wachsenden Risiken von der Konjunktur- und Devisenseite bringen die amerikanischen Notenbanker in die Zwickmühle. Fed-Chairman Ben Bernanke hatte sich erst vergangene Woche zuversichtlich über die weitere wirtschaftliche Entwicklung geäußert und das Augenmerk der Finanzmärkte auf die anhaltenden Inflationsgefahren gelenkt. Michael Moskow, Fed-Präsident in Chicago, will deshalb weitere Zinserhöhungen nicht ausschließen. Die Leitzinsen liegen derzeit bei 5,25 Prozent.

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