Irland
Mit Botox und Kerrygold zurück an die Kapitalmärkte

In diesem Jahr will Irland komplett an die Kapitalmärkte zurückkehren. Doch der Konsum auf der grünen Insel hält sich in Grenzen. Ministerpräsident Kenny ist auf die Exportschlager des Landes angewiesen.
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DublinIrland will wieder im vollen Umfang an die Kapitalmärkte zurückkehren. Allerdings hängt das Vorhaben von Ministerpräsident Enda Kenny zum Großteil von der Auslandsnachfrage nach Produkten wie Botox und Butter ab. Die Exporte sind der Wachstumsmotor der Grünen Insel und hätten „tiefgreifende Folgen“ für die Fähigkeit, die Schulden abzutragen, wie der Internationale Währungsfonds (IWF) mitteilte.

Der IWF hat seine Wachstumsprognose für die irische Wirtschaft im Dezember um 0,3 Prozentpunkte gesenkt und rechnet nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,1 Prozent im laufenden und 2,2 Prozent im kommenden Jahr.

„Es gibt Wachstumsrisiken, da unsere Handelspartner ihre eigenen Probleme haben“, sagt Fergal O'Leary, Analyst bei Glas Securities in Dublin. „Irland war unter den Staaten der Euro-Peripherie dahingehend einzigartig gewesen, dass die Exporte solide geblieben sind, während die Binnennachfrage schrumpfte.“ Kenny beabsichtigt, dass sich Irland als erstes der Länder Europas, die internationale Hilfen erhielten, wieder vollständig an den Kapitalmärkten refinanziert. Portugal und Griechenland haben in den vergangenen drei Jahren ebenfalls Hilfspakete von IWF und Europäischer Union erhalten.

Ohne die Exporte aus Irland von US-Unternehmen wie Allergan würde das Land Probleme haben, seine Schulden in Grenzen zu halten. Das würde die Rückkehr an die Kapitalmärkte erschweren, mit der Dublin im vergangenen Jahr begonnen hat. Im Juli 2012 hat Irland Anleihen im Umfang von 4,2 Milliarden Euro begeben – es war die erste Bondemission des Landes seit September 2010.

Irische Anleihen wiesen im vergangenen Jahr hinter portugiesischen Papieren die zweitbeste Entwicklung im Euroraum auf. Die Rendite der 2020 fälligen Benchmark-Anleihe ist von 14 Prozent im Juli 2011 auf nun etwa 4,22 Prozent gesunken. Die Kosten für die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall Irlands mit Hilfe von fünfjährigen Kreditausfallversicherungen (CDS) fielen von 1194 Basispunkten am 19. Juli 2011 auf mittlerweile 205 Basispunkte, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.

Nach dem Zusammenbruch des Immobilienmarkts im Jahr 2008 hat die irische Regierung die Banken des Landes stützen müssen, was die Staatsverschuldung in die Höhe trieb. Die Staatsschulden dürften nach Einschätzung des IWF 2013 mit 122 Prozent des BIP ihren Höhepunkt erreichen. Zum Vergleich: Im Spitzenjahr der Boomphase des „keltischen Tigers“ 2007 hatte die Verschuldung lediglich 25 Prozent betragen.

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  • Mit Viagra rein und mit Botox raus. Stay classy mit Kerrygold!

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