ISM-Service-Index
US-Dienstleister legen deutlich zu

Der Dienstleistungsbereich, der 70 Prozent der US-Wirtschaft repräsentiert, ist im November unerwartet kräftig expandiert. Ein kräftiger Rückgang der Industrieaufträge belegte jedoch gleichzeitig, dass es im verarbeitenden Gewerbe derzeit nicht so rund läuft wie im Service-Sektor.

HB NEW YORK. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) kletterte auf 58,9 Punkte von 57,1 Punkten im Oktober, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 56,0 Punkte gerechnet. Die unerwartet gute Lage bei den Dienstleistern führte zu Kursgewinnen bei Aktien und Dollar, am Rentenmarkt stiegen die Renditen. Mit einem Stand von über 50 Zählern signalisiert der Index eine expandierende Geschäftstätigkeit des Sektors, der 80 Prozent der US-Wirtschaft ausmacht.

Der entsprechende Index für die Industrie war in der vergangenen Woche erstmals seit dreieinhalb Jahren unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten gerutscht. „Wir sehen bei den Dienstleistern noch ein gutes Wachstum. Die Industrie schwächt sich zwar ab, aber die Gesamtwirtschaft bleibt kräftig“, kommentierte Chefvolkswirt Gary Thayer von A.G. Edwards and Sons. Der Beschäftigungs-Index kletterte auf 51,6 Punkte von 51,0 Zählern. Beim Auftragseingang ergab sich ein Anstieg auf 57,1 Punkte von 56,5 Zählern im Vormonat. Der Preis-Index legte auf 55,6 Zähler von 51,9 Punkten zu.

Eine weiterer Beleg für die Schwäche der Industrie waren neue Auftragsdaten für Oktober. Wegen eines Einbruchs der Flugzeug-Bestellungen fielen die Aufträge so deutlich wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr: um 4,7 Prozent. Analysten hatten mit einem Rückgang um 4,0 Prozent gerechnet. Das Minus im Oktober markierte den dritten Rückgang innerhalb der vergangenen vier Monate. Im Transportbereich ergab sich ein Minus von 21,6 Prozent, was vor allem an einem kräftigen Rückgang von 44,6 Prozent bei Zivilflugzeugen lag. Die Militärflugzeug-Nachfrage kletterte dagegen um 21,4 Prozent. Ohne den Transportsektor ging die Zahl der Neuaufträge lediglich um 0,8 Prozent zurück.

Auch in der Euro-Zone legten die Geschäfte nach Aussagen der Einkaufsmanager im November deutlich zu: Hier stieg der Index auf 57,6 von 56,5 Punkten. Im Gegensatz zu den USA verbucht die Industrie in der Euro-Zone weiterhin einen deutlichen Aufschwung, wie die entsprechende Umfrage in der vergangenen Woche zeigte.

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