Konjunktur
Italienischer Minister bringt Rückkehr zur Lira ins Spiel

In der Diskussion um die Euro-Währung hat der italienische Sozialminister Roberto Maroni eine Rückkehr seines Landes zur Lira ins Spiel gebracht. Diese Möglichkeit dürfe angesichts der Krise in Europa nicht ausgeschlossen werden.

dpa-afx ROM. In der Diskussion um die Euro-Währung hat der italienische Sozialminister Roberto Maroni eine Rückkehr seines Landes zur Lira ins Spiel gebracht. Diese Möglichkeit dürfe angesichts der Krise in Europa nicht ausgeschlossen werden. Ein Referendum solle über die weitere Entwicklung entscheiden, sagte er der römischen Zeitung "La Repubblica" (Freitag). Maroni gehört der populistischen Partei Liga Nord an.

Premierminister Silvio Berlusconi wies die Äußerungen zurück. Berlusconi teile nicht die Meinung seines Sozialministers, sagte Außenminister Gianfranco Fini am Freitag in Rom bei einer Pressekonferenz mit dem spanischen Außenminister Miguel Angel Moratinos. Die Aussagen von Maroni seien seine Privatmeinung gewesen. Auch Fini lehnte den Vorschlag von Maroni ab. "Ein Rückzug aus dem Euro wäre für Italien nicht nur sehr teuer sondern auf kontraproduktiv", sagte Fini. Die Idee von Maroni sei "bizarr".

"Ist es nicht vielleicht besser, zeitweise zumindest zum System der doppelten Währung zurückzukehren?", war Maroni zitiert worden. Ausdrücklich verwies er auf die wirtschaftlichen Erfolge Großbritanniens, das nicht zur Euro-Zone gehört. Mit die größte Verantwortung für die Fehlentwicklung in der Euro-Zone trage Zentralbank-Chef Claude Trichet

Der Chef des italienischen Industrieverbandes Confindustria Marco Tronchetti Provera bezeichnete die Aussagen von Maroni als "emotional" und als nicht der wirklichen Lage angemessen. "Europa hat unser Land stabilisiert, hat es aber noch nicht geschafft ein Modell zu entwickeln und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden." Nach der Ablehnung der Verfassung in Frankreich und den Niederlanden müsse für Europa wieder eine positive Stimmung geschaffen werden und Vertrauen wieder hergestellt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%