IW-Prognose
Deutsche Konjunktur bleibt robust

Die deutsche Konjunktur läuft derzeit auf Hochtouren – und bleibt auch im kommenden Jahr robust. Darauf deuten am Montag veröffentlichte Daten sowie Konjunkturprognosen hin. So rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) 2007 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,5 Prozent, im laufenden mit einem Plus von 2,4 Prozent.

doh KÖLN. Damit hat das arbeitgebernahe Institut seine Wachstumsprognose deutlich nach oben korrigiert und gehört zu den Optimisten - verglichen mit anderen Forschungsinstituten und Banken. EU-Chefökonom Klaus Gretschmann ist noch zuversichtlicher und rechnet für Deutschland mit einem Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent in diesem und rund 2,2 Prozent im kommenden Jahr.

Für den Wachstumsrückgang 2007 werde vor allem die staatliche Finanzpolitik sorgen, sagte IW-Direktor Michael Hüther. Die stützenden Kräfte sind aus seiner Sicht die Auslandsnachfrage sowie die in Gang gekommene Investitionskonjunktur. Und die seien „stark genug, um den Aufschwung weiter zu tragen", sagte der Ökonom.

Wie gut der deutsche Exportmotor zur Zeit läuft, zeigten am Montag veröffentlichte Handelsbilanzdaten: Sowohl die Aus- als auch die Einfuhren gingen im August im Vergleich zum Juli zwar leicht zurück. So sanken die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 0,1 Prozent, die Importe um 0,3 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Gegenüber dem Vorjahresmonat legten die Ausfuhren im August aber deutlich um 9,6 Prozent zu, die Einfuhren um 12,5 Prozent. Die Warenexporte erreichten damit einen Wert von 69,4 Mrd. Euro, die Warenimporte 58,2 Mrd. Euro. Die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 11,2 Mrd. Euro.

Anlass zur Zuversicht gab zudem das produzierende Gewerbe in Deutschland, das seine Produktion im August weitaus kräftiger steigerte als erwartet. Die gesamte Produktion kletterte gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 1,9 Prozent. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Der zunächst mit 1,2 Prozent gemeldete Anstieg für Juli wurde dagegen auf 0,8 Prozent nach unten korrigiert.

Das Ministerium sprach angesichts der aktuellen Daten von einer zunehmenden konjunkturellen Dynamik im produzierenden Gewerbe. Neben der anhaltend lebhaften Bautätigkeit habe die Industriekonjunktur zuletzt deutlich an Fahrt gewonnen. „Die in den letzten Monaten zu verzeichnende kräftige Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen spricht auch für die kommenden Monate für eine lebhafte Industriekonjunktur“, kommentierte das Ministerium.

Am stärksten legte im August die Industrieproduktion zu: Sie kletterte gegenüber dem Vormonat um 2,3 Prozent und verzeichnete damit den stärksten Zuwachs unter den einzelnen Komponenten. Im Bauhauptgewerbe wuchs die Produktion um 1,2 Prozent. Die Energieerzeugung sank dagegen um 1,9 Prozent.

Auch im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich nahm die Gesamterzeugung im produzierenden Gewerbe saisonbereinigt um 1,7 Prozent zu. Im Vorjahresvergleich stieg die Produktion im produzierenden Bereich in dieser Zeit, Juli und August, gar um 5,6 Prozent. Aus Sicht des Kölner IWs sind die Wachstumsimpulse insgesamt kräftig genug, um dem hiesigen Arbeitsmarkt weiteren Schwung zu geben. Im laufenden Jahr werde es rund 270 000 Erwerbstätige mehr geben als im vergangenen Jahr, schätzt das Institut. Das wäre ein Plus um 0,7 Prozent.Im kommenden Jahr sei nochmals eine Steigerung um 235 000 Erwerbstätige drin. Damit könnte die Zahl der Arbeitslosen zumindest zeitweise unter die vier-Millionen-Marke sinken, schreibt das IW.

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