IWF-Chefin Lagarde Krisenländer sind weiter auf Zentralbanken angewiesen

Die Zentralbanken in Europa, den USA und Japan müssen sich nach Einschätzung des IWF nicht beim Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik beeilen. Lagarde sieht eine Gefahr im Alleingang wirtschaftlich schwacher Länder.
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IWF-Chefin Christine Lagarde sieht beim Ausstieg der Zentralbanken aus der ultralockeren Geldpolitik keine Eile. Quelle: ap

IWF-Chefin Christine Lagarde sieht beim Ausstieg der Zentralbanken aus der ultralockeren Geldpolitik keine Eile.

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Jackson HoleZentralbanken müssen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds auch in der nächsten Zukunft wirtschaftlich angeschlagenen Ländern mit niedrigen Zinssätzen helfen. Das sagte die IWF-Direktorin Christine Lagarde am Freitag beim zweitägigen Treffen der Zentralbanker in Jackson Hole. Eine stimulierende Politik sei insbesondere in den Schlüsselregionen Europa und Japan erforderlich. Sie sehe keine Eile beim Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik.

Jedoch sollten die Notenbanken zusammenarbeiten, um schädliche Auswirkungen beim Zurückfahren der Geldflut zu minimieren, sagte Lagarde bei der Wirtschaftskonferenz. "Die Koordinierung ist noch nicht da, wo sie sein sollte. Sollte jedes Land für sich alleine agieren und damit eine Zusammenarbeit auf globaler Ebene scheitern, könnte das die weltweite Erholung in Gefahr bringen", warnte sie.

Zentralbanken müssten vorsichtige Strategien für ihre Bemühungen entwickeln, die Leitzinsen niedrig zu halten, sagte Lagarde weiter. Jede Abkehr von dieser Linie müsse auf Grundlage der Stärke der jeweiligen Wirtschaft erfolgen. „Unkonventionelle Geldpolitik ist noch immer da notwendig, wo sie angewendet wird, wenn auch länger für einige als andere“, erklärte Lagarde.

Ihre Äußerungen kamen in einer Zeit, in der die amerikanische Notenbank Fed signalisiert hat, dass sie ihren Kauf von US-Staatsanleihen zurückfahren könnte, sollte sich die US-Wirtschaft weiter erholen. Die Fed-Käufe haben dazu beigetragen, die US-Zinsen nahe Rekordtiefständen zu halten.

Die US-Notenbank Fed kann sich weiter nicht zu einem klaren Signal für ein baldiges Eindämmen der großen Geldschwemme durchringen. Aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung von Ende Juli ging kein Zeitplan für den Einstieg in den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes hervor. Der zwölfköpfige Offenmarktausschuss (FOMC) um Fed-Chef Ben Bernanke zeigte sich uneins, wann die Konjunkturhilfen zurückgefahren werden sollen.

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13 Kommentare zu "IWF-Chefin Lagarde: Krisenländer sind weiter auf Zentralbanken angewiesen"

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  • wenn diese Lügentante von keiner Eile spricht, ist Gefahr in Verzug. der Ausstieg aus der Krisenpolitik bei der EZB kommt nach der Wahl, gell?

  • Dieses billige Geld ist eigentlich für die Mittelständler/Privatpersonen/Staat aber dazu müßte eine Zentralbank eine anerkannte Institution im Währungsraum sein.

    Wenn die Bundesbank die Zinsen senkte haben die Banken die Zinsen ebenso für Ihre Kunden gesenkt (mehr oder weniger)

    Die Banken sind aber heute sehr Unabhängig (siehe Interbankenmarkt/keine Kontrolle durch eine Zentralbank)

    Das alte System müsste wiederhergestellt werden

  • Schön, dass nur Banken sich an den billigen und langfristig verliehenen EZB-Geldern gesundstoßen dürfen. Warum nicht auch Mittelständler oder Privatkunden?

  • Eine Zentralbank kann nicht die Aufgaben der Politik übernehmen!

    Sie hat eine feste Rolle im Währungsraum und umso besser sie diese erledigen darf umso erfolgreicher kann die Volkswirtschaft sein.

    Ein paar Beispiele aus der Vergangenheit!

    Italien: Lieber 5 Prozent Inflation als 5 Prozent Arbeitslose.
    Am Ende hatte Italien nicht nur 5 Prozent Inflation sondern mehr als 5 Prozent Arbeitslose.

    Brasilien hatte in der Vergangenheit ein geringes Wachstum und eine hohe Inflation. Eine starke Regierung hat mit einer souveränen Zentralbank die Inflation bekämpft!

    Die Folge: Das Wirtschaftswachstum brach in Brasilien zusammen, danach erholte sich die Wirtschaft und es folgte eine lange Zeit der Prosperität.

    USA 1982: Die USA hatten durch ihre lockere Geldpolitik (Finanzierung des Krieges) die Inflation nicht mehr unter Kontrolle und exportierten die Inflation weltweit, Bundesrepublik Deutschland 1981 (6,3 Prozent), 1985 (2,0 Prozent). Die Zentralbank der USA stoppte diese lockere Politik!

    Die Folgen: Die Weltwirtschaft erlebte eine Rezession, die Arbeitslosigkeit stieg und in der Bundesrepublik Deutschland kam es zu einem Machtwechsel (Es war einer der Auslöser für das Ende der sozial-liberalen Koalition)

    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

  • Wir erleben heute die Folgen der „ultralockern Geldpolitik. Wir haben große Währungsschwankungen erlebt (Yen im Bezug zum Euro 40 Prozent aufgewertet bzw. Euro abgewertet, es kommt auf die Sichtweise an).

    Es führte zu einer Blasenbildung in den Bereich, Aktien, Rohstoffe und Lebensmittel. Dabei bedeutete die Verteuerung der Lebensmittel in einigen Regionen der Welt eine Destabilisierung der dortigen Regierungen (z. b. Libyen oder der so genannte „Arabische Frühling“) besonders weil diese Länder ihre eigene Landwirtschaft vernachlässigt haben.

    In der Volkswirtschaft spricht man von einen Gleichgewicht zwischen Gütern (BSP) und dem Geld. Wenn das Geld schneller wächst wie die Gütermenge sprechen wir von einer Inflation und wenn die Gütermenge schneller wächst wie die Geldmenge sprechen wir von einer Deflation.

    Diese „ultralockere Geldpolitik“ kann nur Inflation heißen. Das bedeutet Menschen mit einen „starren Einkommen“ (Rentner, Hartz4 Empfänger, Sozialhilfeempfänger, Beamte) werden reale Einkommensverluste realisieren. Im Gegensatz zu den Menschen mit einen „flexiblen Einkommen (Kapitaleigner).

    Das bedeutet auch daß die Menschen versuchen ihr Geld in Sachwerten anzulegen (z. b. Häuser) und damit zwar damit das Wirtschaftswachstum befeuern aber durch diese Fehlanreize es zu Blasen führt.

    Wenn dann diese Blase platzt realisieren die Menschen das sie „Ärmer“ geworden sind.


  • Studie: Der Zerfall der Euro-Zone ist unausweichlich

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/24/studie-der-zerfall-der-euro-zone-ist-unausweichlich/

  • Lagarde soll zurücktreten!

    Diese inkompetente Un-Person!

  • Nur konnten diese Konzepte gegenüber der grenzenlosen Gier auf das schnelle Geld, den Banker-Bonis, den selber gemachten Casino-Chips, nichts entgegensetzen als ein armseliges Versprechen von....Stabilität

  • Das größte geldpolitische Experiment der Neuzeit - auf globaler Ebene wohlgemertk und ohne jede Chance auf Ausstieg. Es ist kein freiwilliges Experiment sondern der Junkie taumelt bereits um sich den goldenen Schuss zu setzen

    Inzwischen ahnen auch die letzten, dass es eine one way street ist.

    Das finanznueklare globale Armageddon ist eine Frage der Zeit, von Monaten oder Jahren, bestimmt nicht Jahrzehnten.

    Die wirklich spannende Frage ist: Was kommt danach: Die Verwüstungen werden so vernichtend, dass es ganz sicher kein "Weiter so" geben wird. Wenn die Abschreibungsbedarfe das mehrfache der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung führender Volkswirtschaften betragen wird, ist klar, dass deren Aufteilung nicht mehr friedlich vonstatten gehen wird. Es wird um die Frage gehen, wessen Bürger, welche Volkswirtschaften ganz von vorne anfangen müssen.

    Meine Einschätzung: Unsere Kinder und Enkel erwartet die nächste Stufe der monetären Evolution: Die Nachkriegsordnung wird eine Variante des Vollgeldsystems sein, angelehnt an die Ideen von Fishers 100%-Money, zumindest in den westlichen Nationen, die Konzepte liegen seit vielen Jahrzehnten in der Schublade

  • Der Kapitalsimus in seinem UNTERGANG ist ein einziges IRRENHAUS geworden :)

    Die einen drucken GELD AUF TEUFEL KOMM RAUS...die anderen lassen sich freiwillig VERARMEN. DAS ist alles nur noch schizophren. Vielleicht haben die Majas ja doch recht und die Menschheit steuert auf ihren Untergang zu. Mir solls recht sein, dann kann die Natur endlich wieder ihren lebensraum erobern :)

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