IWF-Direktor Rato und Philadelphia-Fed-Chef Santomero
Kein abrupter Zinssprung in USA erwartet

Erst in der vergangenen Woche hatte die US-Notenbank Fed ein deutliches Signal für das baldige Ende der derzeitigen Phase niedriger Zinsen gesandt. Experten rechnen jedoch nur mit schrittweisen Anpassungen und nicht mit einem abrupten Anstieg.

HB WASHINGTON/NEW YORK. Der neue Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, erwartet keinen abrupte Anstieg der Leitzinsen in den USA. Die US-Regierung habe versichert, dass kein Inflationsdruck bestehe, deshalb gehe er von einer „geordneten“ Anpassung aus, sagte Rato am Dienstag in seiner ersten Pressekonferenz in Washington seit seiner Ernennung vergangene Woche. Rato tritt das Amt am 1. Juni an. Er ist Nachfolger von Horst Köhler, der sich um das Amt des Bundespräsidenten bewirbt.

Rato mahnte Europa gleichzeitig zu weiteren Sozialreformen. Die Umsetzung des ehrgeizigen Reformprogramms sei der beste Beitrag, den Europa zur Erholung der Weltwirtschaft leisten könne, sagte der ehemalige spanische Wirtschaftsminister. Er begrüßte die Ankündigung Saudi- Arabiens, angesichts der hohen Ölpreise innerhalb der OPEC auf eine Erhöhung der Fördermenge zu drängen. „Das wäre ein guter Schritt“ sagte Rato.

Auch nach Einschätzung des Präsidenten der Fed von Philadelphia, Anthony Santomero, wird die US-Notenbank die US-Zinsen nur in mäßigem Tempo anheben. Wie schnell die Geldpolitik gestrafft werde, sei von der Beschäftigungsentwicklung und der Inflation abhängig, sagte Santomero am Dienstag. „Wenn sich die Wirtschaft während des nächsten Jahres oder so entwickelt, wie ich es erwarte - mit einem Produktionswachstum etwas über dem langfristigen Potenzial, einem Beschäftigungswachstum, das uns auf Kurs in Richtung Vollbeschäftigung bringt und einer niedrigen, stabilen Inflation - dann rechne ich damit, dass wir den Zielsatz für Tagesgeld (US-Schlüsselzins) in maßvollem Tempo anheben“, sagte er.

Zugleich schränkte Santomero ein, die Wirtschaft entwickele sich selten wie erwartet. Wenn das Beschäftigungswachstum enttäuschen sollte, könne die Fed das Tempo der Anpassung ihrer Politik verlangsamen. Wenn sich inflationärer Druck aufbaue, müsse die Fed möglicherweise die Straffung beschleunigen, sagte Santomero, der in diesem Jahr nicht stimmberechtigt im geldpolitischen Entscheidungsgremium Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed ist.

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