IWF: Rohölpreise sind ernsthaftes Risiko
Gefahr für die Weltwirtschaft

Die hohen Rohölpreise stellen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein „ernsthaftes Risiko“ für die Weltwirtschaft dar. Und dabei rechnen die Experten noch bis zum Jahr 2010 mit starken Schwankungen auf dem Ölmarkt.

HB WASHINGTON. Die Weltwirtschaft wachse in diesem Jahr schon um 0,7 bis 0,8 %punkte weniger als 2004, was teilweise darauf zurückzuführen sei, hieß es in einer am Donnerstag in Washington veröffentlichten Analyse der Ölmärkte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in diesem Jahr mit einem Durchschnittspreis von gut 52 Dollar pro Barrel (159 Liter). Im Herbst war er noch von 37 Dollar ausgegangen. Im Jahr 2030 erwartet er Preise von real 39 bis 56 Dollar.

IWF-Chefökonom Raghuram Rajan schloss kurzfristig einen Preis von 100 Dollar nicht aus, sollte es plötzlich Produktionsengpässe geben. Die Welt sei aber besser gerüstet, hohe Preise zu verkraften. „Wir haben nicht die Folgen gesehen, die wir früher befürchtet hätten“, sagte er. Der Preisanstieg sei zudem relativ, schrieb der IWF. Der Ölpreis liege real noch weit unter dem Rekordniveau von 1979/80. Zudem hätten sich die Ölpreise nach den Ölschocks der 70er Jahren mehr als verdreifacht, während sie in diesem Jahr wahrscheinlich „nur“ 55 % höher liegen als im Durchschnitt 2001 bis 2003.

Angesichts des rasant steigenden Bedarfs in den Schwellenländern sieht der IWF langfristig keine Entspannung auf dem Öl-Markt. „Die Kapazitätsreserven sind niedrig, und Prognosen über Angebot und Nachfrage legen nahe, dass es dabei bleibt“, sagte Rajan. Der IWF drängte Ölförderländer, Gesetze zu ändern, die ausländische Investitionen im Ölsektor verbieten und forderte zum Energiesparen auf. Den US-Kongress mahnte er, bei dem geplanten Energiegesetz mehr Anreize zum Energiesparen zu geben, als überwiegend auf eine Ausweitung der Produktion zu setzen.

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