IWF-Studie
US-Schwäche lässt Weltwirtschaft kalt

Sorgen um die US-Konjunktur haben in den letzten Wochen immer wieder für Nervosität an den Märken gesorgt. Auch der IWF sieht in der Krise des US-Häusermarktes die Hauptursache für den leichten Abschwung. Gefahr für die Weltwirtschaft bestehe allerdings nicht – Europa sei Dank.

HB WASHINGTON. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet nur begrenzte Auswirkungen der US-Konjunkturschwäche auf die Weltwirtschaft. Zwar habe das Sprichwort „Wenn die USA niesen, bekommt die Welt eine Erkältung“ noch immer Gültigkeit, heißt in den ersten Kapiteln seines halbjährlichen Weltwirtschaftsausblicks. Dennoch sollte die Bedeutung eines schwächeren Wirtschaftswachstums in den Vereinigten Staaten nicht übertrieben werden.

Die Verringerung des Wachstums in anderen Ländern sei „generell bedeutend geringer als in den USA selbst“. Vor allem die Stärke der europäischen Konjunktur verhindere ein Übergreifen auf die Weltwirtschaft.

Sollte die Abkühlung des US-Immobilienmarktes allerdings zunehmend auch auf die Konsumausgaben und Investitionen ausstrahlen, seien größere grenzüberschreitende Folgen zu erwarten. Anfällig seien allerdings Länder mit engen finanziellen und Handelsbeziehungen zu den USA, wie Kanada oder die Staaten Lateinamerikas.

Insgesamt nehme wegen der stärkeren wirtschaftlichen Verflechtungen die Gefahr größerer Auswirkungen eines US-Abschwungs auf den Rest der Welt zu. Daher sei höchste Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten. „Bei einem Übergreifen müssen Verantwortliche auf der ganzen Welt flexibel, vorausschauend und zeitnah reagieren, um den Einfluss einer schwächeren Auslandsnachfrage zu begrenzen“, empfahl der IWF.

Nach vorläufigen IWF-Angaben hat der Fonds seine Prognose für das US-Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 2,6 Prozent und für 2008 auf 3,0 Prozent gesenkt. Beide Zahlen liegen 0,3 Prozentpunkte unter den September-Vorhersagen. Die meisten Volkswirte erwarten, dass das Wachstum im ersten Quartal 2007 auf eine Jahresrate von unter 2,0 Prozent sinkt, sich dann aber wieder beschleunigt.

Wirtschaftspolitikern rät der IWF zu einer „vorausschauenden Geldpolitik“ und flexiblen Wechselkursen, um mögliche negative Folgen eines Abschwungs in den USA oder anderen großen Volkswirtschaften früh genug aufzufangen. Der Fonds legt seinen vollständigen „World Economic Outlook“ am kommenden Mittwoch vor.

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