IWF und G7 sehen Weltwirtschaft auf Expansionskurs
Deutsches Wachstum fällt weiter zurück

Die Konjunktur springt weltweit an, doch an Deutschland geht der Aufschwung vorbei. „Es waren sich alle einig: In der Weltwirtschaft stehen alle Ampeln auf Grün“, fasste Finanzminister Hans Eichel die Frühjahrstagung von IWF, Weltbank und G7 am Wochenende in Washington zusammen. Doch dann räumte er indirekt ein, dass die Ampel in Deutschland bestenfalls auf Gelb steht.

HANDELSBLATT, 26.4.2004 bac/law WASHINGTON. Zwar werden am Dienstag die deutschen Forschungsinstitute laut Presseberichten ihre Prognose für das deutsche Wachstum in 2004 von 1,7 auf 1,5 oder gar 1,4 % reduzieren. Doch sei das kein Anlass für eine „grundlegende Revision“ der offiziellen Prognose oder gar für Sorgen um den Bundesetat, sagte Eichel. Denn Berlin geht von plus 1,5 bis 2 % aus – und läge damit nicht ganz falsch.

Aber weit entfernt von der Dynamik der Weltwirtschaft. Die wird laut IWF im laufenden Jahr um 4,6 und im kommenden um 4,4 % wachsen. Der Aufschwung der Weltwirtschaft gewinne an „Breite und Tiefe“, hieß es in Washington unisono. Doch die Euro-Zone und gerade Deutschland hinkten hinterher. Dagegen preschen die USA voran: Während Eichel um jeden Zehntelprozentpunkt feilscht, sonnt sich sein US-Kollege in Optimismus. „Die amerikanische Wirtschaft kann mit einer langen Periode anhaltenden Wachstums rechnen“, sagte John Snow. Am Donnerstag werden die Zahlen für das erste Quartal vorgestellt, das der US-Wirtschaft nach Angaben von Experten ein Wachstum von rund 5 % bescheinigt. Snow sieht dies als volle Bestätigung für die US-Politik von massiven Steuersenkungen sowie historisch niedrigen Zinsen.

Auch die Einschätzung der Risiken fällt dies- und jenseits des Atlantiks weit auseinander. Im Zuge des globalen Wachstums sieht Snow keine Inflationsgefahr, sondern „moderate Preisanpassungen“. Auch die Gefahr steigender Ölpreise sieht Snow nicht: „Die globale Ölproduktion befindet sich auf einer Linie mit dem weltweiten Verbrauch.“ Der aktuelle Preisschub liege in erster Linie daran, dass die leer

gefegten Lagerbestände aufgefüllt würden.

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