IWF-Weltwirtschaftsbericht
Schlechte Aussichten für die USA

Auch der IWF sieht Gefahren für das deutsche Wachstum durch den starken Euro und die Folgen der Kreditkrise. Die Experten korrigierten ihre Konjunkturprognose für 2008 deutlich herunter. Am schlimmsten trifft es aber die USA.

HB WASHINGTON. Der Internationale Währungsfonds (IWF) reduzierte seine Wachstumsprognosen auf breiter Front: In Deutschland erwartet er im kommenden Jahr nur noch ein Wachstum von 2,0 Prozent, nachdem er zuvor noch von 2,4 Prozent ausgegangen war. In der gesamten Euro-Zone werde die Wirtschaft um 2,1 Prozent zulegen, ebenfalls knapp ein halber Prozentpunkt weniger als bislang erwartet.

Am deutlichsten jedoch schraubte der IWF in seinem halbjährlichen Weltwirtschaftsausblick die Prognose für die von der Krise am heftigsten getroffenen USA zurück: Dort dürfte die Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr nur um 1,9 Prozent zulegen und nicht wie bislang erwartet um 2,8 Prozent. Das wäre das schwächste Wachstum seit fünf Jahren. Wachstumstreiber werden demnach auch im kommenden Jahr China mit plus 10 Prozent sowie Indien mit 8,4 Prozent und Russland mit 6,5 Prozent sein.

Weil die Krise das Wachstum in den Schwellenländern deutlich weniger in Mitleidenschaft ziehe als in den Industrieländern, dürften die Folgen für die gesamte Weltwirtschaft geringer ausfallen. Den Prognosen zufolge wird die globale Wirtschaft im nächsten Jahr noch um 4,8 Prozent zulegen nach bislang prognostizierten 5,2 Prozent.

Der IWF hat die Wohnimmobilienpreise von 18 Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit den verfügbaren Einkommen, den kurz- und langfristigen Zinsen, dem Kreditwachstum, sowie der Entwicklung von Aktienmärkten und erwerbsfähiger Bevölkerung verglichen. Ergebnis: Drei Viertel der Preisanstiege lassen sich mit diesen fundamentalen Größen erklären. Der Preisanstieg in den USA war demnach um ein Drittel zu hoch, in Irland, den Niederlanden und Großbritannien sogar noch mehr.

Für den IWF sind die Hauspreise in diesen Ländern zumindest anfällig für eine Korrektur. Allerdings sieht der IWF gewisse Einschränkungen bei der Vergleichbarkeit einzelner Länder, da es unterschiedlich ausgeprägte gesetzgeberische oder naturräumliche Angebotseinschränkungen gebe.

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