IWH-Institut
Stimmung in ostdeutscher Industrie klar besser

Der Aufschwung hat Ostdeutschland noch nicht erfasst. 2005 blieb laut das Wachstum der Produktion in den neuen Ländern im Ost-West-Vergleich zurück. Trotzdem blickt die Industrie in den neuen Ländern einer aktuellen Umfrage zufolge mit großer Zuversicht auf ihre Geschäfte.

HB BERLIN. „Im ostdeutschen Verarbeitenden Gewerbe hält die Hochstimmung im Juli an“, schrieben die Forscher des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zu ihrer am Mittwoch veröffentlichten Branchenumfrage. „Sowohl die Einschätzungen zur Geschäftslage als auch zu den Geschäftsaussichten bekräftigen derzeit die gute Stimmung in der ostdeutschen Industrie.“

Dabei bewerteten die rund 300 Unternehmen die aktuelle Situation noch einmal besser als bei der vorigen Umfrage im Mai. Die Aussichten hätten die Firmen - vor allem die Konsumgüterhersteller - etwas skeptischer eingeschätzt.

Dagegen nahm der Optimismus bei den Produzenten von Investitionsgütern dem IWH zufolge noch zu. Besonders die Elektrotechnikproduzenten, der Maschinen- und der Fahrzeugbau sowie die Hersteller von Metallerzeugnissen seien mit ihrer Auftragslage sehr zufrieden. Auch im Bereich der Vorleistungsgüter halte sich die gute Stimmung.

Aus dem Konsumgüterbereich kämen dagegen unterschiedliche Signale: Die Stimmung der Produzenten von Verbrauchsgütern oder Nahrungsmitteln verschlechterte sich merklich. Dagegen äußerten die Hersteller von Möbeln, Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten sich zuversichtlicher. Möglicherweise mache sich hier schon die Bereitschaft der Bürger bemerkbar, große Anschaffungen jetzt zu tätigen, um der Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2007 zu entgehen.

In dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Konjunkturbericht zeichnete das IWH noch ein düsteres Bild der ostdeutschen Wirtschaft. 2006 dürfte die ostdeutsche Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent zunehmen, 2007 aber nur noch um 0,6 Prozent, hieß es.

Zwar hätten die Firmen inzwischen ihre Kostennachteile wettgemacht und auch bei der Produktivität Fortschritte erzielt. Zudem dürften die Exporte überdurchschnittlich zulegen. Allerdings bleibe die heimische Nachfrage schwach, weil die Bürger kaum Aussicht auf steigende Einkommen hätten.

»  Mehr zur IWH-Konjunkturprognose

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