IWH-Präsidentin Claudia Buch
„Europa drohen japanische Verhältnisse“

Die Präsidentin des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Claudia Buch, fordert mehr Verflechtungen von Unternehmen, um die Wirtschaft in Europa zu stabilisieren. Mehr gemeinsame Finanzpolitik sei keine Lösung.
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DüsseldorfDie neue Präsidentin des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Claudia Buch, hat sich im Handelsblatt-Interview gegen eine weitere Verlagerung der Finanzpolitik auf die europäische Ebene ausgesprochen. Um die Wirtschaft im Währungsraum stabiler zu machen und konjunkturelle Risiken besser auszugleichen, brauche Europa mehr privatwirtschaftliche Verflechtungen und nicht mehr gemeinsame Finanzpolitik, sagte die Finanzmarktexpertin, die heute mit einem Festakt in ihr neues Amt eingeführt wird.

„Wenn die Unternehmen über die Grenzen hinweg miteinander verflochten sind, werden Konjunkturschocks – die einzelne Staaten treffen, andere aber nicht – besser abgefedert“, so die Wirtschaftsweise. Um das zu fördern, solle es die Politik ausländischen Firmen leichter machen, an der Börse gelistet zu werden. Gleichzeitig rief Buch die Regierungen dazu auf, Übernahmen heimischer Firmen durch Ausländer nicht mehr zu behindern und die eigenen Dienstleistungsmärkte weiter zu öffnen.

Buch warnte davor, dass Europa wegen der vielen faulen Kredite in den Büchern der Banken japanische Verhältnisse drohen könnten. Es bestehe die Gefahr einer Spirale, bei der notleidende Banken notleidende Unternehmen mit immer neuen Krediten am Leben hielten – „in der Hoffnung, dass aus den faulen am Ende wieder gute Kredite werden“, so die 47-Jährige. Um das zu verhindern, müssten wahrscheinlich noch einige europäische Banken von den Regierungen mit neuem Eigenkapital ausgestattet werden.

Außerdem brauche Europa klare Regeln für die Abwicklung von Banken. Mit den jüngst von der EU erdachten Vorgaben, wann und bis zu welchem Betrag die Anteilseigner, Fremdkapitalgeber und Großanleger im Falle einer Bankeninsolvenz haften müssen, zeigte sich Buch grundsätzlich zufrieden. „Entscheidend ist, dass das Risiko künftig wieder kalkulierbar ist.“ Allerdings kritisierte Buch, dass die Regeln erst ab 2018 gelten sollen. „Es hätte schneller gehen müssen.“

Um den Bankenmarkt langfristig zu stabilisieren, fordert Buch, dass die Institute ihre Geschäfte künftig mit mindestens fünf Prozent Eigenkapital unterlegen müssten. Die Ideen des Reformpakets Basel III hält sie daher nicht für ausreichend. Auch zugrundeliegende Konzept, die Eigenkapitalquote in Abhängigkeit vom eigegangen Risiko zu berechnen, lehnte Buch ab: „Wir sollten vor allem Maße wie die Leverage Ratio nutzen, die das Eigenkapital der Bank schlichtweg in Bezug zum gesamten Geschäftsvolumen setzen.“

Kommentare zu " IWH-Präsidentin Claudia Buch: „Europa drohen japanische Verhältnisse“"

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  • Gleichzeitig rief Buch die Regierungen dazu auf, Übernahmen heimischer Firmen durch Ausländer nicht mehr zu behindern und die eigenen Dienstleistungsmärkte weiter zu öffnen.
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    Also weiterhin der Ausverkauf Deutschlands.
    Mein gott, können diese Quotenfrauen nicht zu Hause bleiben
    merkt eigentlich keiner, dass mit diesen Frauen alles noch schlechter wird?

  • Die hoch intelligente Quotenfrau fordert mehr wirtschaftliche Verflechtung. Schon seit einiger Zeit spukt in den Hirnen der Euromantiker die alte Ost-Block-Idee vom RGW.
    Der nächste Vorstoß in diese Richtung kommt bestimmt von der Kasner Kasi, die ja von Frau Buch beraten wird. Die DDR hatte "beste" Erfahrung mit dem RGW gemacht! Bin gespannt, wann und wie die Sch..idee der Wirtschaft und den Arbeitnehmern verkauft wird ?

  • Sehr witzig! Und woher soll das Geld für die Eigenkapitalhinterlegung herkommen?
    Das kann man nur anderen Ländern wegnehmen!
    Das Geldsystem ist im prinzip schon kollabiert!
    Nur will das niemand von offizieller Seite zugeben!
    Aufgeschoben ist aber ja nicht aufgehoben! Weltkrieg wir kommen!

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