Jahresbericht vorgelegt
BIZ: Weltwirtschaft steht vor Aufschwung

Nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) dürfte die Weltwirtschaft trotz anhaltender Risiken vor einer Phase stetigen und weitgehend inflationsfreien Wachstums stehen.

HB BASEL. Doch die Motoren der Weltwirtschaft seien weiter vor allem die USA und China, hieß es in dem am Montag vorgelegten Jahresbericht der in Basel ansässigen BIZ. Die Konjunkturentwicklung in der Euro-Zone enttäusche dagegen, und auch Japan hinke hinterher. Risiken sieht die Zentralbank der Zentralbanken allerdings in den hohen Defiziten der Leistungsbilanz und dem Haushalt der USA sowie den strukturellen Ungleichgewichten in China, die mittelfristig die Nachhaltigkeit der Belebung in Frage stellen könnten.

Der jüngste Aufschwung in den USA wurde trotz eines vergleichsweise schwachen Wachstums der Beschäftigung stark vom privaten Verbrauch getrieben. Der kräftige Konsum beruht nach Einschätzung der BIZ einerseits auf den milliardenschweren Steuersenkungen, aber auch auf Schulden. „Schon seit einiger Zeit steigt die Verschuldung der privaten Haushalte rascher als deren Einkommen und hat gemessen am Einkommen inzwischen einen neuen Höchststand erreicht,“ erklärte die BIZ. Viele US-Amerikaner haben angesichts niedriger Zinsen und steigender Immobilienpreise die Hypotheken auf ihre Häuser erhöht und damit Konsumausgaben finanziert. Ähnliches geschehe auch in Großbritannien, Spanien, Neuseeland und Australien. „Wenn die Wirtschaft weiter wächst, wird das kein Problem sein“, hieß es weiter. Zudem gäben die Produktivitätssteigerungen in den USA einigen Grund für Optimismus. Doch auch das Gegenteil könne eintreten: Höhere Zinsen und sinkende Preise für Vermögenswerte würden dann den privaten Verbrauch und auch die Investitionen beeinträchtigen. Dann müssten die Konsumenten erkennen, „dass die Wertsteigerung eine Illusion waren - ganz im Gegensatz zu den höheren Schulden,“ so der BIZ-Bericht.

Auch das hohe Leistungsbilanzdefizit der USA ist über Schulden finanziert. Ausländische Kreditgeber stellten den USA vor allem deshalb bereitwillig Mittel zur Verfügung, weil sie von einem nachhaltigen, relativ starken US-Wachstum überzeugt seien. „Entsprechend besteht das eigentliche Risiko darin, dass diese Wachstumserwartungen enttäuscht werden könnten,“ so die BIZ. Die USA kämen dann in einen Engpass bei der Finanzierung des Leistungsbilanzdefizits in Rekordhöhe. Eine Anpassung dieser Ungleichgewichte erfordere aller Erfahrung nach in den Schuldnerländern eine schwächere Währung und eine Verringerung der Inlandsnachfrage.

Der lang anhaltende Rückgang der Netto-Ersparnis der privaten Haushalte in den USA ist der BIZ zufolge die eigentliche Ursache des Fehlbetrags der US-Leistungsbilanz, der zusammen mit dem großen Loch im Staatshaushalt das Zwillingsdefizit der USA ausmacht. Es gebe allerdings wenig Erkenntnisse darüber, wie die Sparneigung erhöht werden könne.

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