Jahresbericht zum Euroraum
IWF dämpft Inflationssorgen

Der IWF macht den inflationsgeplagten Europäern Hoffnung: Die Rekordinflation im Euro-Raum dürfte nach Ansicht des Fonds bald abebben. Der Grund dafür ist weniger erfreulich.

HB BRÜSSEL. Die Inflationsrate in der Eurozone wird sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im kommenden Jahr deutlich abschwächen. Wie der IWF in seinem Jahresbericht zum Euroraum erklärt, wird die Jahresteuerung der fünfzehn Länder des gemeinsamen Währungsgebiets bis Ende 2009 unter zwei Prozent fallen und damit wieder die Preisstabilitätsnorm der Europäischen Zentralbank (EZB) erfüllen.

Dennoch müsse die Europäische Zentralbank (EZB) wegen der Teuerung auf der Hut bleiben. "Mit der abflauenden Wirtschaft und sich stabilisierenden Lebensmittel- und Energiepreisen sollte die Inflation merklich von ihrem derzeitigem Niveau fallen, obwohl die Risiken hoch bleiben."

Als Grund für die zurückgehende Inflation sieht der IWF die schwächelnde Konjunktur. Die Prognose korrigierte der Fonds allerdings nicht nochmals nach unten. Für den Währungsraum gehen die Experten weiter davon aus, dass die Wirtschaft dieses Jahr um 1,7 und nächstes Jahr um 1,2 Prozent zulegt. 2007 hatte es noch ein Plus von 2,6 Prozent gegeben.

Preisschübe bei Benzin, Diesel und Heizöl hatten im Juli für die Rekordinflation von 4,1 Prozent gesorgt - den höchsten Wert seit Einführung der Statistik 1997. Die Inflationsrate liegt damit gut doppelt so hoch wie von der EZB angestrebt. Diese sieht stabile Preise nur bei Raten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Um die Teuerung zu dämpfen, hatte die EZB ihren Leitzins im Juli erstmals seit 13 Monaten angehoben - von 4,0 auf 4,25 Prozent. Für die Sitzung am Donnerstag erwarten Experten keinen Zinsschritt.

Einige IWF-Direktoren plädieren den Angaben zufolge dafür, dass die EZB ihren Leitzins vorerst unverändert lassen sollte. Andere Verantwortliche des Währungsfonds betonten aber, dass die Zentralbanker die Preisanstiege genau im Auge behalten sollten. Dies gelte vor allem für den Fall, dass Tarifabschlüsse die Arbeitskosten 2009 deutlich erhöhen.

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