Januar-Zahlen
Deutsche Industrie holt weniger Aufträge

Wegen sinkender Bestellungen aus dem Ausland musste die Industrie im Januar ein unerwartetes Auftragsminus hinnehmen. Saison- und preisbereinigt gingen ein Prozent weniger Aufträge ein als im Dezember, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte.

HB WIESBADEN. Trotz dieses Rückgangs sind die Auftragsbücher Experten zufolge weiter gut gefüllt. Er deutet nur auf eine kleine Wachstumsdelle nach der Mehrwertsteuererhöhung hin.

„Der Rückgang der Auftragseingänge ging fast gänzlich auf eine schwächere Nachfrage aus dem Ausland zurück“, teilte das Ministerium mit. Mit 1,9 Prozent sanken die Auslandsorders wesentlich kräftiger als die Inlandsaufträge. Hier betrug das Minus nur 0,1 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Mittel ein Plus von 0,4 Prozent erwartet. Im Dezember waren die Bestellungen den revidierten Angaben zufolge um 0,7 Prozent gestiegen. Zuvor hatten die Statistiker ein Minus von 0,2 Prozent gemeldet.

Der Umfang der Großaufträge war für einen Januar leicht überdurchschnittlich, aber deutlich geringer als in den Vormonaten. Die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeuge verbuchten zu Jahresbeginn ein Minus von 1,3 Prozent. Die Produzenten von Vorleistungsgütern verzeichneten einen Rückgang von 1,5 Prozent. Das Ordervolumen bei den Herstellern von Konsumgütern stieg dagegen um 1,7 Prozent.

Experten machten für den Januar-Rückgang die höhere Mehrwertsteuer mitverantwortlich, wegen der die Inlandsaufträge für Konsumgüter um 0,4 Prozent zurückgingen. „Das oft beschriebene Szenario einer Wachstumsdelle nimmt langsam Gestalt an“, sagte Andreas Rees von Unicredit. Er verwies darauf, dass auch der Einzelhandelsumsatz und die Pkw-Neuzulassungen im Januar spürbar gesunken waren. Holger Schmieding von der Bank of America geht davon aus, dass die Bestellungen schon bald wieder anziehen werden: „Vor allem die aus dem Inland.“

Der Auftragseingang ist neben der Produktion der wichtigste realwirtschaftliche Konjunkturindikator. Wegen Großaufträgen kann er allerdings von Monat zu Monat stark schwanken. Im stabileren Zweimonatsvergleich Dezember/Januar zu Oktober/November stieg der Auftragseingang um 0,7 Prozent.

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