Japan
Wirtschaft erholt sich nur langsam

Die japanische Volkswirtschaft erholt sich nur langsam von der Krise: Zwar wurde für den Oktober ein leichter Zuwachs verzeichnet, jedoch blieb das Plus hinter den Erwartungen zurück. Nippons Notenbank stellte weitere Stützungsmaßnahmen in Aussicht.
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HB NAGOYA. Japans Notenbank hat weitere Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft in Aussicht gestellt, sollte es an den Finanzmärkten zu weiteren Turbulenzen kommen. Es gebe absolut keinen Plan, einen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik vorzubereiten, sagte Notenbankchef Masaaki Shirakawa am Montag. "Sollte es erneut zu Turbulenzen an den Finanzmärkten kommen, wird die Bank of Japan aggressiv und entschieden vorgehen."

Gleichzeitig wurde am Montag bekannt, dass Japans Industrieproduktion im Oktober gestiegen ist. Wie die Regierung bekanntgab, legte die Produktion im Vergleich zum Vormonat um saisonbereinigt 0,5 Prozent zu. Allerdings fiel das Wachstum geringer aus als von Ökonomen erwartet. Im Juli hatte die Produktion noch um 2,1 Prozent, im August um 1,6 Prozent und im September nochmals um 2,1 Prozent zugelegt. Zu dem verlangsamtem Anstieg im Oktober trugen unter anderem die Maschinenbauer bei, schwächer sah es dagegen im Automobilbau aus.

Die Regierung fürchtet einen Rückfall in die Rezession infolge fallender Preise und hat den Druck auf die Bank of Japan daher zuletzt erhöht. Regierung und Notenbank haben bereits eingeräumt, dass das Land wieder in einer "milden Deflationsphase" steckt. Die Bank of Japan hat jedoch erklärt, abgesehen von einer Fortsetzung ihrer Nullzinspolitik nur wenig Spielraum zu haben. Neben dem Preisverfall macht auch der Absturz des Dollars der exportlastigen japanischen Wirtschaft zunehmend zu schaffen. Die Regierung will daher in dieser Woche über zusätzliche Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur entscheiden.

Möglich wären Analysten zufolge eine Ausweitung des Ankaufs von Staatsanleihen oder eine Rückkehr zu einer exzessiven Liquiditätsversorgung durch die Notenbank. Einem Regierungssprecher zufolge wird das Thema einer quantitativen Lockerung der Geldpolitik (quantitative easing) in der Tat auf der Agenda stehen, wenn Shirakawa und Ministerpräsident Yukio Hatoyama in dieser Woche zu Gesprächen zusammenkommen.

Strategieminister Naoto Kan erklärte am Montag, die Regierung werde versuchen, den Anstieg des Yen zu verlangsamen. Details nannte er nicht. Finanzminister Hirohisa Fujii wies indes einen Medienbericht zurück, wonach er eine Intervention an den Devisenmärkten zum derzeitigen Zeitpunkt ausgeschlossen habe. Dies habe er nie gesagt, betonte der Minister. Das Finanzministerium ist für die Währungspolitik zuständig, die Bank of Japan interveniert im Auftrag des Ministeriums an den Devisenmärkten.

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