Japans Konzerne
Der Segen einer schwachen Währung

Japans Großunternehmen sind mehrheitlich in exzellenter Verfassung und auf bevorstehende Turbulenzen der Weltwirtschaft weitgehend vorbereitet. Der Grund für diese gute Ausgangslage: Die Konzerne haben den Exportvorteil der schwachen Währung genutzt und profitieren vom asiatischen Markt.

TOKIO. Die Schulden aus der Rezession der 90er-Jahre sind abgebaut, Management und Produktion endlich wieder international konkurrenzfähig organisiert. Die Aktionäre sind glücklich über steigende Ausschüttungsquoten, während gleichzeitig Investitionen nicht zu kurz kommen. Selbst die Gefahren durch eine Aufwertung der Landeswährung Yen und eine Eintrübung der US-Konjunktur durch die Unruhen am Hypothekenmarkt erscheinen derzeit beherrschbar.

Mit Blick auf das abgelaufene Geschäftsjahr verbreitern Konsumgüterhersteller wie Toyota und Toshiba ihre Umsatzbasis und koppeln sich zunehmend vom riskant gewordenen US-Geschäft ab. Große Handelshäuser wie Mitsubishi oder Mitsui profitieren von der steigenden Einbindung Japans in die globalen Warenströme.

Japans Wirtschaftswelt zerfällt derzeit in zwei Gruppen mit sehr unterschiedlichem Gesundheitszustand. Den kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die in der Rangliste der „Top 30“ naturgemäß keine Rolle spielen, geht es vergleichsweise schlecht. Sie sind von hohen Energiepreisen betroffen, können aber mangels Export nicht vom schwachen Yen im Euro- und Dollarraum profitieren. Billigkonkurrenz aus dem Nachbarland China macht ihnen genauso zu schaffen wie die geringe Konsumneigung der Japaner, deren Löhne seit Jahren nicht steigen.

Die Großunternehmen dagegen nutzen den Exportvorteil einer schwachen Währung. Vom bisherigen US-Wachstum konnten sie voll profitieren. Die Schwellenländer wurden längst zur günstigen Produktionsbasis ausgebaut und als riesige Absatzmärkte erschlossen. „Die Top-Unternehmen sehe ich überwiegend als echte Globalisierungsgewinner“, sagt Chef-Investmentstratege Mamoru Shimode von der Deutschen Securities Tokio. Gerade im Jahr 2006 spülte diese Kombination aus weltweitem Wachstum und schwachem Yen den großen Firmen viel Geld in die Kassen: Die operativen Gewinne der börsennotierten Unternehmen stiegen im der ersten Hälfte des japanischen Geschäftsjahrs von April bis September im Vergleich zum Vorjahrszeitraum um zwölf Prozent.

Die Unternehmen geben derzeit den Löwenanteil der zusätzlich erlösten Erträge an die Aktionäre weiter. „Sie behalten erst einmal Cash und erhöhen damit die Dividende“, sagt Chef-Ökonom Takashi Omori von UBS Tokio. Daten der Deutschen Bank Tokio zufolge stiegen die Ausgaben für Aktienrückkauf und Dividendenerhöhrungen der größten Unternehmen im Jahr 2007 um 18 Prozent.

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