Jüngste Daten deuten auf weiteres Beschäftigungswachstum
Lage am US-Arbeitsmarkt entspannt sich

Der US-Wirtschaft geht es weiter gut. Erneut entspannt hat sich die Lage am US-Arbeitsmarkt. Mit den aktuellen Zahlen wurden die Erwartungen der Finanzmärkte deutlich übertroffen.

HB WASHINGTON. Die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft kletterte im vergangenen Monat um 248 000 nach einem kräftig nach oben revidierten Anstieg um 346 000 im April, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Andere in dieser Woche veröffentlichte Daten deuteten auf eine weitere Entspannung am US-Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten hin. Für die Finanzmärkte hätte diese Entwicklung zwei Seiten. Einerseits würde sie ein kräftiges Wirtschaftswachstum belegen, andererseits würde sie einen zunehmenden Inflationsdruck anzeigen, der die US-Notenbank Fed zu stärkeren Zinserhöhungen veranlassen könnte. „Diese Zahlen sind eindeutig stark genug, um jeden Zweifel an einer Zinserhöhung Ende Juni auszuräumen“, sagte Volkswirt Chris Low con FTN Financial in New York. Die Lage am Arbeitsmarkt ist im Jahr der Präsidentenwahl auch ein brisantes politisches Thema in den USA.

Der Euro fiel nach den Daten zunächst um rund einen halben US-Cent, legte kurz darauf aber wieder zu und kletterte auf 1,2265 Dollar. Die Terminkontrakte auf die US-Aktienindizes weiteten ihr Plus nach Vorlage der Zahlen kräftig aus und deuteten damit auf Kursgewinne zu Handelseröffnung an der Wall Street hin. Der Deutsche Aktienindex Dax legte etwas zu. Analysten hatten bei der Stellenzahl für Mai im Schnitt mit einem geringeren Plus von 216 000 Stellen gerechnet. Die Arbeitslosenquote blieb erwartungsgemäß unverändert bei 5,6 Prozent.

Zinserhöhung der Fed Ende Juni erwartet

Von dem Treffen des für die Geldpolitik der Fed verantwortlichen Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) am 29. und 30. Juni erwarten Volkswirte eine Erhöhung des Schlüsselzinses. Dieser liegt derzeit mit 1,0 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit 1958. Uneins sind sich Volkswirte allerdings über den Umfang einer Zinserhöhung. Die Erwartungen reichten zuletzt von zehn bis 50 Basispunkten.Niedrige Inflationsraten und eine Unterauslastung der Produktionskapazitäten in den USA sollten es der Fed nach Einschätzung ihres Chefs Alan Greenspan ermöglichen, die Leitzinsen in einem gemäßigten Tempo zu erhöhen. Greenspan schrieb am 14. Mai in einem Brief an den demokratischen Senator Paul Sarbanes aus Maryland, dass es allerdings unangebracht wäre, das wahrscheinliche Tempo von Erhöhungen auf Grund vergangener Entscheidungen vorhersagen zu wollen.

Jüngste Daten deuten auf weiteres Beschäftigungswachstum

Die Chancen für eine weitere Erholung des US-Arbeitsmarktes stehen jüngsten Daten zufolge gut. Die Mehrzahl der Unternehmen in den USA sieht einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage zufolge die weltgrößte Volkswirtschaft in einer Phase nachhaltigen Wachstums mit einer weiteren Zunahme der Beschäftigtenzahlen in den nächsten sechs Monaten.Die Erholung des Arbeitsmarktes von der seit 2001 anhaltenden Schwächephase hatte im März und April dieses Jahres eingesetzt. Allein in diesen beiden Monaten entstanden außerhalb der Landwirtschaft 625 000 Arbeitsplätze. In der krisengeschüttelten Industrie gab es im Mai den stärksten Beschäftigungsaufbau seit 31 Jahren. In den vergangenen drei Jahren haben die Unternehmen mehr als drei Millionen Arbeitsplätze abgebaut. Auch Daten aus der Dienstleistungsbranche signalisierten die Schaffung weiterer Arbeitsplätze.

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