Jürgen Stark
EZB-Chefvolkswirt gegen drastische Zinssenkungen

Jürgen Stark, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), hat sich gegen weitere drastische Zinssenkungen ausgesprochen, sie seien seiner Meinung kein angemessenes Mittel in der Finanzkrise. Die Verantwortung für die Lösung der Krise sieht er nicht in erster Linie bei der EZB.

HB BERLIN. . "Die Finanzkrise lässt sich nicht mit Zinssenkungen lösen", sagte Stark in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview mit dem "Luxemburger Tageblatt". "Ein zu niedriges Zinsniveau kann sich sogar als kontraproduktiv erweisen." Die EZB hatte den Leitzins am vergangenen Donnerstag auf das historische Tief von 1,5 Prozent gesenkt und eine weitere Rücknahme nicht ausgeschlossen.

Die wichtigste Herausforderung bei der Bekämpfung der Finanzkrise ist nach Ansicht des Chefvolkswirts der Europäischen Zentralbank, den Finanzsektor zu restrukturieren und den Bankensektor zu rekapitalisieren. "Dies ist zuvorderst eine fiskalpolitische Aufgabe und entzieht sich somit unserer Verantwortung und unseren Möglichkeiten", wird Stark von der Zeitung zitiert. Auf dem Interbanken-Geldmarkt gebe es bereits einige Anzeichen für eine Entspannung.

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