Juli-Daten
Industrie-Aufschwung setzt sich fast ungebremst fort

Das starke Wachstum der deutschen Industrie hat sich einer Umfrage zufolge im Juli fast unvermindert fortgesetzt und trägt maßgeblich zum robusten Aufschwung der Branche in der gesamten Euro-Zone bei.

HB BERLIN. Der RBS/BME-Einkaufsmanagerindex für Deutschland lag im Juli mit 58,9 Zählern nur leicht unter dem Sechs-Jahreshoch von 59,5 Punkten im Vormonat, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Dienstag mitteilte. Die Geschäfte der Branche liefen anhaltend gut. Auch im gesamten Währungsgebiet lag der Index mit 57,4 Punkten nur wenig unter dem Sechsjahreshoch von 57,7 Zählern im Juni. „Das ist ein sehr ermutigendes Bild“, sagte NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson. Allerdings würden steigende Kosten das Beschäftigungswachstum behindern. „Insgesamt gesehen bleiben die Aussichten für die Beschäftigung dennoch positiv.“

Der deutsche Einkaufsmanagerindex, für den seit 1996 rund 400 Unternehmen befragt werden, signalisiert nun bereits seit elf Monaten mit Werten über 50 Zählern Geschäftszuwächse. Von Reuters befragte Analysten hatten für Deutschland und für die Euro-Zone den Rückgang erwartet.

Auch wenn der Index für die Beschäftigung in Deutschland auf 53,4 von 55,1 Zählern sank, zeigte die Umfrage weiter zunehmende Einstellungen an. Die Produktion legte in allen vier großen Ländern der Euro-Zone zu - am stärksten wiederum in Deutschland. Der deutsche Produktionsindex gab im Juli auf 61,0 Punkte vom Juni-Stand von 62,1 Zählern nach, für die Euro-Zone sank der Index auf 59,4 von 60,1 Punkten.

Die Nachfrage aus dem In- und Ausland nach deutschen Industrieprodukten sei weiter robust und bescherte den Firmen deutlich vollere Auftragsbücher, erklärte NTC. Vor allem die Bestellungen aus den USA, der Europäischen Union, Skandinavien, Asien und dem Nahen Osten hätten zugenommen.

Wegen der starken Zuwächse beim Auftragseingang kamen immer mehr Firmen NTC zufolge an den Rand ihrer Kapazitäten. „Der Auftragsbestand und die durchschnittlichen Lieferzeiten nahmen im Juli fast mit Rekordrate zu, was darauf hindeutet, dass die Kapazitäten enorm unter Druck standen“, teilte NTC mit. Williamson ergänzte für das gesamte Währungsgebiet: „Kapazitätsengpässe sind inzwischen weit verbreitet. Dadurch wird das Wachstum in einigen Unternehmen gebremst.“

Der Preisindex stieg NTC zufolge sowohl in Deutschland als auch im gesamten Währungsgebiet auf ein neues Umfragehoch. Grund dafür seien steigende Kosten für Vormaterialien wie Öl, Energie und Metalle. NTC zufolge ermutigte in Deutschland aber auch die steigende Nachfrage ihre Preise zu erhöhen.

Wegen der stärkeren Nachfrage hätten die deutschen Unternehmen ihre Lager für Fertigwaren in Juli weiter abgebaut. Die Vormateriallager seien wegen der gestiegenen Produktion ebenfalls gesunken, nachdem sie die Firmen in den beiden Vormonaten noch leicht aufgestockt hätten.

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