Juni-Daten
Einzelhandel-Geschäfte laufen schlecht

Für den Einzelhandel ist das Geschäft im Juni unerwartet schlecht gelaufen. Der Umsatz ging stark zurück - vor allem bei Lebensmitteln. „Das lässt nichts gutes erahnen“, warnen Analysten.

HB WIESBADEN. Der deutsche Einzelhandel hat im Juni weitere Einbußen hinnehmen müssen. Der Umsatz ging real um 3,9 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Nominal lag der Rückgang bei im Juni bei 1,2 Prozent.

Allerdings hatte der Monat mit 25 Verkaufstagen einen Verkaufstag weniger als der Juni 2007. Das Ergebnis wurde aus Daten von sieben Bundesländern berechnet, in denen etwa 76 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel erzielt werden.

Die stärksten Einbußen musste demnach der Lebensmittelhandel hinnehmen. Hier blieb der Umsatz um 2,3 Prozent hinter dem Ergebnis des Vorjahresmonats zurück, real sogar um sieben Prozent. Auch der Versandhandel beklagte ein deutliches Minus von 3,9 und real von 4,2 Prozent. Ein Plus schaffte lediglich der Facheinzelhandel, wozu etwa Buchläden und Schmuckgeschäfte gehören. Er steigerte den Umsatz um 0,9 und real um 2,5 Prozent.

Im Vergleich zum Mai 2008 fiel der Einzelhandels-Umsatz im Juni unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal und real jeweils um 1,4 Prozent niedriger aus.

Im ersten Halbjahr hatten die Einzelhändler 1,8 Prozent mehr in den Kassen als im Vorjahreszeitraum, real aber 0,8 Prozent weniger. Für 2008 insgesamt strebt der Branchenverband HDE ein Umsatzplus von 1,5 Prozent an, real wäre dies ein Minus.

„Das lässt nichts gutes Erahnen für den privaten Konsum im zweiten Quartal", kommentiert Marco Bargel von der Postbank die Zahlen. "Der Kaufkraftentzug über höhere Energiepreise belastet den Konsum immens. Er dürfte deshalb im Frühjahr stagniert haben. Erst wenn es eine Entlastung bei den Energiepreisen gibt, dürften wir eine Belebung des Einzelhandels sehen."

Auch Jörg Lüschow von der WestLB sagte, "das Minus deutet darauf hin, dass der Konsum im zweiten Quartal geschrumpft ist. Da auch Industrie und Bau eine sinkende Produktion verzeichneten, dürften wir im zweiten Quartal ein deutliches Minus beim Wirtschaftswachstum sehen".

Stefan Schilbe von HSBC Trinkhaus meinte, die Verunsicherung bei den Verbrauchern sei extrem groß. "Ein Grund dafür sind die hohen Ölpreise. Das kann sich wieder normalisieren. Andererseits verliert der Abbau der Arbeitslosigkeit aber an Dynamik. Mittelfristig dürfte er sogar zu einem Ende kommen. Das wäre dann der nächste Belastungsfaktor für den Konsum."

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