Juni-Daten
Industrie verbucht kräftiges Auftragsplus

Beflügelt durch ein starkes Auslandsgeschäft hat die deutsche Industrie im Juni ihr größtes Auftragsplus seit zweieinhalb Jahren eingefahren. Das große Auftragsplus überraschte Experten, die wegen des starken Zuwachses von drei Prozent im Mai nun mit einer Gegenbewegung gerechnet hatten.

HB BERLIN. Die Unternehmen erhielten dank ungewöhnlich vieler Großaufträge 4,6 Prozent mehr Bestellungen als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Wegen des anhaltenden Booms bei Investitionsgütern kletterten die Auslandsorders trotz des starken Euro um 8,7 Prozent, während die Inlandsnachfrage um 0,3 Prozent zulegte. Damit bleiben dem Ministerium zufolge die Aussichten für die Industrieproduktion günstig.

Gefragt waren vor allem Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen. Hier gab es ein Plus von 7,9 Prozent, wobei das Inlandsgeschäft nahezu stagnierte und die Auslandsaufträge um 13,2 Prozent zulegten. Aufträge aus der Euro-Zone legten sogar um 38,5 Prozent zu.

Die Großaufträge dürften nach Ansicht von Fachleuten vor allem auf die Luftfahrtbranche entfallen. Die Commerzbank verwies auf zahlreiche Geschäftsabschlüsse von Airbus im Zuge der Flugschau in Le Bourget bei Paris im Juni. „Ohne diesen Sondereffekt wären die Auftragseingänge nach unserer Berechnung um etwa ein Prozent gesunken“, sagte Commerbank-Volkswirt Matthias Rubisch. Dennoch bleibe die Industrie das Zugpferd der Wirtschaft.

Wegen anziehender Investitionen im Inland und des anhaltend kräftigen Schwungs weltweit dürfte dies bis zum Jahresende so bleiben. „Die bislang moderate Aufwertung des Euro ist dabei nur ein kleiner Wermutstropfen.“ Die Industrie dürfte bis 2008 weiter am Rande ihre Kapazität laufen, betonte auch Heinrich Bayer von der Postbank.

Aufwind verspürten auch die Produzenten von Vorleistungsgütern mit 1,6 Prozent mehr Aufträgen. Lediglich Hersteller von Konsumgütern verzeichneten ein Minus von 1,7 Prozent. Der Auftragseingang ist neben der Produktion der wichtigste realwirtschaftliche Konjunkturindikator. Wegen Großaufträgen - die auch diesmal überdurchschnittlich ausfielen - kann er allerdings von Monat zu Monat stark schwanken. Im stabileren Zwei-Monats-Vergleich Mai/Juni zu März/April legte die Nachfrage um 4,5 Prozent zu und übertraf das Vorjahresniveau um 11,6 Prozent.

Im Vergleich zum guten Jahresauftakt beschleunigte sich die Bestelltätigkeit im Frühjahr nach Ministeriumsangaben noch einmal. „Damit bleiben die Aussichten für eine weiterhin dynamische Produktionsentwicklung gut.“

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