Juni-Zahlen
Chinas Handelsüberschuss erreicht neuen Rekord

Der chinesische Handelsüberschuss ist im Juni auf einen neuen Rekord gestiegen. Die Ausfuhren übertrafen die Importe um 26,9 Milliarden Dollar, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Dies lag deutlich über den Erwartungen.

HB PEKING. Volkswirte waren sich einig, dass der Hauptgrund für den kräftigen Anstieg das drohende Auslaufen der Steuervergünstigungen auf einige Exportgüter war. Vor dem Ende der Umsatzsteuer-Rabatte am 1. Juli hätten viele Firmen noch einmal kräftig Waren ins Ausland geliefert. Die Ausfuhren stiegen im Jahresvergleich um 27,1 Prozent, die Einfuhren kletterten lediglich um 14,2 Prozent.

Im ersten Halbjahr lag der Überschuss damit bei 112,5 Milliarden Dollar. Das sind 83 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. „Diese Höhe gab es noch nie in China oder in irgendeinem anderen Land der Welt“, sagte Hong Liang, Volkswirt bei Goldman Sachs in Hongkong. Die jüngsten Daten dürften den USA neuen Zündstoff für ihre Vorwürfe liefern, dass China die Landeswährung Yuan künstlich niedrig halte und sich damit Vorteile am Weltmarkt verschaffe. Die USA sind für zwei Drittel des Überschusses verantwortlich. Im Gegenzug verbucht die US-Wirtschaft ein hohes Defizit. Diese enormen Ungleichgewichte im weltweiten Handel bergen auch Risiken für die Kursentwicklung des Dollar.

Chinas Regierung hat auf die Vorwürfe beispielsweise mit der Beendigung der Steuervorteile für insgesamt mehr als 2800 Exportgüter und Sonderabgaben auf bestimmte Waren reagiert. Doch die USA fordern eine völlige Freigabe des an einen Währungskorb gekoppelten Yuan, was China bislang ablehnt. Die Regierung des kommunistischen Landes setzt darauf, dass die bereits beschlossenen Maßnahmen in der zweiten Jahreshälfte die Überschüsse schrittweise verringern.

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