Kampf gegen Geldmarktschwankungen
Briten lernen von der EZB

Die Bank of England (BoE) startet heute mit ihrem neuen Instrumentarium zur Umsetzung der Zinsentscheidungen des geldpolitischen Ausschusses (MPC) am britischen Geldmarkt.

FRANKFURT. Hauptziel sei es, die starken Schwankungen am Geldmarkt zu beseitigen und die Geldmarktsätze genauer entsprechend den Vorgaben des MPC zu steuern, teilt die BoE mit. Zudem will sie für das Liquiditätsmanagement der Banken einen effizienten, sicheren und flexiblen Rahmen zur Verfügung stellen und den Sterling-Geldmarkt „wettbewerbsfähig und fair“ gestalten. Der Kreis der Banken, mit denen die BoE zusammenarbeitet, wird deutlich erweitert.

Die britischen Währungshüter haben ihren neuen geldpolitischen Handlungsrahmen seit Herbst 2003 in einem aufwendigen Konsultationsprozess mit den Geschäftsbanken abgestimmt. Zuvor hatten sie sich mit den geldpolitischen Praktiken anderer wichtiger Notenbanken intensiv auseinander gesetzt, um ein System zu entwickeln, „das die BoE in der Umsetzung der geldpolitischen Entscheidungen und im Liquiditätsmanagement international an die Spitze stellt“. Das Ergebnis ist dem geldpolitischen Handlungsrahmen des Euro-Systems sehr ähnlich.

Zentrales Element der britischen Neuerung ist die Einführung einer verzinslichen Mindestreserve mit einer Durchschnittserfüllung über die Reserveperiode. Dies bewirkt, dass Fluktuationen in der Liquiditätslage der Banken über Veränderungen der Mindestreserveguthaben abgefedert werden und nicht sofort auf den Geldmarkt durchschlagen. Wie im Euro-System ist die Mindestreserveperiode synchronisiert mit den geldpolitischen Sitzungen.

Bisher gab es in Großbritannien keine Mindestreserve, so dass praktisch täglich fein gesteuert werden musste. Je nachdem, wie sich die Bankenliquidität entwickelte, war die BoE bis zu viermal täglich am Markt, um Liquidität abzuschöpfen oder bereitzustellen. Diese Ineffizienz werde jetzt beseitigt.

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