Kandidat steht so genannter Tobin-Steuer skeptisch gegenüber
Weber hält Zinsniveau für angemessen

Der zum Bundesbankpräsidenten nominierte Wirtschaftswissenschaftler Axel Weber hat das Zinsniveau in der Eurozone als angemessen bezeichnet.

HB BERLIN. "Das konjunkturelle Umfeld in Deutschland hat sich seit dem Herbstgutachten nicht geändert. Es gibt Argumente für und gegen Zinsschritte. Deswegen sehe ich im Moment keinen Handlungsbedarf," sagte Weber. Zudem betonte Weber, dass die Strategieüberprüfung der Europäischen Zentralbank in die richtige Richtung gehe und sinnvoll sei.

Zum Stabilitäts- und Wachstumspakt sagte Weber, dieser sei ein wichtiger Pfeiler, der eingehalten werden müsse. Der Pakt erlaube eine gewisse Flexibilität, aber grundsätzlich müsse man zu einer Konsolidierung der Staatsfinanzen zurückkehren. "Dem Pakt sollte wieder mehr Glaubwürdigkeit zugewiesen werden," sagte Weber. Die Defizitgrenzen sollten möglichst bald wieder in der Europäischen Union eingehalten werden. Bundesfinanzminister Hans Eichel bekräftigte in diesem Zusammenhang, die Bundesregierung habe kein Interesse an einer Veränderung des Paktes.

Weber hat sich ablehnend zu Überlegungen geäußert, internationale Finanzmarkt-Transaktionen zu besteuern. Er stehe der so genannten Tobin-Steuer skeptisch gegenüber, ebenso Devisenmarktinterventionen zur Stabilisierung von Wechselkursen. Entsprechend habe er sich bereits als Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geäußert, betonte der designierte Bundesbankpräsident.

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