Kapitalerhöhung
Europäische Zentralbank will mehr Geld

Die Europäische Zentralbank erwägt bereits seit geraumer Zeit eine Erhöhung ihres Grundkapitals. Einen entsprechenden Vorstoß könnte der Präsident des Währungsinstituts, Jean-Claude Trichet, bereits in den kommenden Tagen wagen. Auch andere Notenbanken denken indes über eine Kapitalerhöhungen nach.
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Der oberste Notenbanker Österreichs, Ewald Nowotny, ist für offene Worte bekannt. "Die Risiken für die Notenbanken steigen", sagte er. Deshalb werde eine höhere Kapitalausstattung der Zentralbanken nötig. In der Tat erwägt die Europäische Zentralbank (EZB), wie am Dienstag aus Notenbankkreisen bekannt wurde, seit geraumer Zeit, das Eigenkapital der Zentralbank Europas anzuheben, wenn auch aus anderen Gründen.

Die Bilanzsumme der EZB sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen, heißt es. Verglichen damit sei das Eigenkapital gering. Zudem sei es für die EZB wichtig, unabhängig zu bleiben. Daher sei es sinnvoll, auf größere eigene Kapitalpuffer zurückgreifen zu können, erläutern Insider. Die EZB wollte dazu nicht Stellung nehmen. Um wie viel die EZB ihr eingezahltes Grundkapital von derzeit gut vier Milliarden Euro erhöhen möchte, ist nicht bekannt. Die Rede ist von einer Verdoppelung. Das Geld käme von den nationalen Notenbanken, voraussichtlich entsprechend ihren jetzigen Kapitalanteilen (siehe "Eingezahltes Grundkapital der EZB").

Ein Regierungsvertreter in Berlin hielt es am Dienstag "nicht für ausgeschlossen", dass EZB-Präsident Jean-Claude Trichet auf dem EU-Gipfel in den nächsten Tagen eine Kapitalerhöhung für die EZB anspricht. "Wenn die EZB eine Kapitalerhöhung für nötig erachtet, wird die Bundesregierung dies positiv begleiten", sagte er. Er halte es für möglich, dass die EZB ihre Eigenkapitalbasis stärken wolle, um das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen besser mit Eigenkapital unterlegen zu können.

In diesem Jahr hat die Notenbank bisher für 72 Milliarden Euro Staatsanleihen gekauft. Auch Pfandbriefe in Höhe von 60 Milliarden Euro hat sie übernommen, um den Markt zu stützen. Während die EZB die Pfandbriefkäufe des Eurosystems zu acht Prozent in ihrer Bilanz hat, ist noch offen, wie viel der Anleihekäufe sie übernehmen wird.

Nicht nur die EZB spielt mit dem Gedanken, ihr Eigenkapital zu erhöhen. Die Banque de France beabsichtigt sogar, das Eigenkapital zu verdoppeln. Dass hatte der Gouverneur der Banque de France, Christian Noyer, Ende November bei einer Anhörung im französischen Parlament angekündigt. Er begründete dies mit dem enormen Anstieg der Refinanzierungsgeschäfte, die die nationalen Notenbanken ausführen und die nicht in der Bilanz der EZB erfasst werden. Ziel sei es nicht, Verluste auszugleichen, sondern eine ausgewogenere Bilanz zu erreichen.

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  • Wieso sollen immer die bürger für die Unfähigkeiten bzw. Frechheiten, bürgerfeindlichen Entscheidungen der Politiker, banker und Manager der bürger aufkommen, der jetzt schon nur noch von den Politikern ausgeplündert wird???

  • Es gibt eigentlich nur zwei Dinge zu tun.
    1. Die Devisenzockerei abstellen, verbieten,
    2. Die Hälfte der weltweiten Zeitungen ebenso einstampfen, weil soviel Mist geschrieben wird, man muss nur zwei Zeitungen/Zeitschriften vergleichen, da sind 30 verschiedene Meinungen zu lesen. Jeder Redakteur plaudert aus dem Nähkästchen und alle wollen studierte Volkswirte sein - lachhaft. Zum Glück wird das internet in den nächsten 10 Jahren eh fast alle eliminieren, da muss man keine Hellseher sein.

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