Kapitalmarkt
Bernanke erwartet schwächeres Wachstum

Der Chef der US-Notenbank rechnet im ersten Halbjahr 2008 nur mit einem verhaltenen Wachstum. Hohe Rüohölpreis würden zudem die Inflation befeuern, so Bernanke in einer Rede. Wenig beeindruckt zeigte sich der Notenbankchef dagegen von Chinas Plänen, seine Dollarreserven zu verringern.

HB WASHINGTON. Die US-Notenbank sieht eine Abschwächung des Wirtschaftswachtum bei einem gleichzeitig hohen Inflationsrisiko. Die Wachstumsdynamik wird sich nach Einschätzung der US-Notenbank im vierten Quartal im Vergleich zum dritten Quartal merklich abschwächen, sagte Bernanke am Donnerstag vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des Repräsentantenhauses und des Senates.

Das Wachstum werde im ersten Halbjahr des kommenden Jahres verhalten bleiben, sagte Bernanke. Danach erwarte man eine Beschleunigung, da die negativen Effekte von verschärften Kreditbedingungen und der Korrektur am Häusermarkt nachlasse. Im zweiten Quartal des kommenden Jahres dürfte sich die Lage am Häusermarkt laut Bernanke stabilisieren. Die US-Notenbank sehe die Gefahr eines langsameren Wachstum des privaten Konsums, eine anhaltende Schwäche am Häusermarkt und rückläufige Unternehmensinvestitionen.

Die Leizinszinssenkung um 0,25 Prozentpunkte im Oktober war laut Bernanke nötig gewesen, da die Wachstumsentwicklung auf kurze Sicht nicht gesichert sei. Seit der Zinsentscheidung habe sich die US-Wirtschaft zwar stabil entwickelt, die Volatilität und die Engpässe an den Märkten seien jedoch geblieben. Gestützt werde die US-Wirtschaft jedoch durch die robuste Weltwirtschaft.

Die auf Rekordstände gestiegenen Rohölpreise werden nach Einschätzung von Bernanke zu einer höheren Gesamtinflation führen. Die US-Notenbank werde, falls notwendig, handeln, um die Gesamtinflation unter Kontrolle zu halten.

Neben dem hohen Ölpreis sorge auch der schwache Dollar für Inflationsrisiken, sagte Bernanke. Allerdings habe die Schwäche des Dollar kaum Auswirkungen auf den Durchschnittsamerikaner. Die Dollarschwäche habe lediglich einen Einfluss auf die Einfuhrpreise. Zudem käme ein hoher Anteil der Importe aus Ländern wie China, die in Dollar bezahlt würden. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Ron Paul hatte Bernanke vorgeworfen, dass die Amerikaner durch den schwachen Dollar um ihren Wohlstand "beraubt" würden.

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