Kaum neue Jobs
US-Arbeitsmarktzahlen enttäuschen

Die US-Wirtschaft hat im Mai kaum neue Stellen geschaffen. Auch die Zahlen für März und April mussten nach unten korrigiert werden. Damit trüben sich die Aussichten von US-Präsident Barack Obama auf eine Wiederwahl.
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WashingtonDie US-Wirtschaft hat im Mai überraschend wenig neue Stellen geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten stieg nur um 69.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Es war das schwächste Plus seit rund einem Jahr. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit 150.000 gerechnet. Zudem waren im März und April rund 50.000 Jobs weniger dazugekommen als zunächst ermittelt. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai auf 8,2 von 8,1 Prozent.

Analysten reagierten enttäuscht auf die Zahlen. „Ich bin wirklich enttäuscht“, sagte Marc Zandi, Chefvolkswirt bei Moody’s Analytics. Möglicherweise zeige sich nun, dass die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt im Winter vor allem auf das warme Wetter zurückzuführen gewesen sei und dieser Effekt nun auslaufe.

Einige Experten fühlten sich an die Entwicklung in den vergangenen Jahren erinnert, als die US-Konjunktur mit großem Optimismus ins Jahr startete und im Sommer dann in Probleme kam und teilweise nur mit Anleihekäufen der US-Notenbank Fed vor einer Rezession bewahrt werden konnte. „Ich beginne den Sommer zu fürchten“, sagte etwa Diane Swonk, Chefvolkswirtin bei Mesirow Financial, im TV-Sender CNBC. „Das ist alles nicht gut und die Situation in Europa hilft auch nicht.“ Es sei aber zu früh, um über weitere Hilfsmaßnahmen der Fed zu spekulieren. Die Notenbank werde ihr Pulver wohl noch eine Weile trocken halten und weiter abwarten, ob ihr Einsatz wirklich nötig werde.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt spielt eine wichtige Rolle im Präsidentschaftswahlkampf zwischen Amtsinhaber Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney. Zu Beginn von Obamas Amtszeit kletterte die Arbeitslosenquote auf zehn Prozent. Seither ging sie zwar spürbar zurück, liegt aber immer noch um zwei Prozentpunkte über dem Schnitt der vergangenen 50 Jahre. Romney wirft Obama immer wieder vor, zu wenig für neue Jobs zu tun.
Mit Material von Reuters

 


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  • Der Schuldenkoenig Obama und seine gelddruckende FED haben noch immer nicht erkannt, dass man Arbeitsplaetze nicht drucken kann. Man ist eine Blase nach der anderen mit kuenstlicher Finanzierung gefahren und hat damit eine voellig falsche Wirtschaftsstruktur aufgebaut. Aber ich bin mir fast sicher, das naechste QE kommt - anderes Konzept gibt es ja nicht fuer die FED und fuer Obama. Vielleicht noch Krieg.

  • Das Kapital in den USA wird alles dafür tun, dass die Arbeitslosenquote bis Jahresende hoch bleiben wird, so dass die Republikaner an die Macht kommen. Die Präferenzen sind eindeutig, und das ist der stärkste Hebel, den eine Republikaner-freundliche (Wallstreet) Wirtschaft einsetzen kann.

    Und das nach Jahren einer Bush Jr. Regierung, die das Land politisch und wirtschaftlich an den Abgrund gebracht hat. Ich mag gar nicht daran denken, was bei einem Sieg Romneys durch den Einfluss der Tea Party Radikalen alles passieren kann.

  • Tja, da sieht man wie die Amis gelebt haben:

    Auf Pump, indem die auf Kredit gekauften Häuser immer höhenr bewertet worden sind und man immer wieder einen neuen Kredit für das 2. Auto oder war es schon das 3. Auto, usw. bekommen hat.

    Tja, so gut haben wir Deutschen es nicht!
    Wenn wir den Haustürschlüssel bei der Bank abgeben müssen, dann bleiben uns noch die Restschulden.

    Aber dafür bezahlen wir alles und retten auch noch die Amis oder wir machen es dem Dollar gleich!

    Drucken, drucken, drucken bzw. das läuft ja alles digital heute ab.
    Ist doch kein Problem mit dem Computer noch paar Nullen anzuhängen. Wo liegt den das Problem? 1929 hat doch keiner von uns mitgemacht. Vielleicht wollen die Politiker von heute nichts aus der Geschichte lernen. Stellt sich nur die Frage, ob die Politiker, die uns das eingebrockt haben, dann noch überleben. Brüssel und Straßburg sowie Berlin ist ja nicht so weit entfernt.

    Also, freuen wir uns an dem schönen Wetter und genießen noch einmal richtig unsere "Voll-"Beschäftigung und den tollen Sommerurlaub.
    Wer weiß, was im Herbst kommt und der ist ja immer für eine Überraschung gut!

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