Kein Anzeichen für eine Entwarnung
Privatinsolvenzen übersteigen Firmenpleiten

Laut Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) dürften 2004 mehr Verbraucher zahlungsunfähig werden als Unternehmen.

HB HAMBURG. Bei den Verbraucherinsolvenzen erwartet der BDIU in diesem Jahr mit deutlich über 40 000 einen neuen Rekordwert, teilte der BDIU am Mittwoch in Hamburg mit. Dagegen werde sich die Zahl der Firmenpleiten um etwa vier Prozent auf 37 800 verringern.

„Die Privatinsolvenzen werden in den kommenden Jahren noch deutlich ansteigen“, sagte BDIU-Präsident Stephan Jender weiter. Die augenblicklichen Höchststände seien erst die Spitze des Eisbergs, da die seit fünf Jahren mögliche Verbraucherinsolvenz erst langsam bekannt werde. Sie ermöglicht es überschuldeten Haushalten, eine Einigung mit ihren Gläubigern zu finden und binnen sechs Jahren einen Neuanfang zu machen.

Gleichzeitig gehen die Firmenpleiten nach BDIU-Angaben zurück. Der Verband warnte allerdings davor, dies bereits als Entwarnung zu werten. Die Liquiditätskrise vieler Unternehmen halte an. Nach der konjunkturellen Durststrecke haben viele Firmen ihre Reserven aufgebraucht und verfügen nicht mehr über die notwendigen liquiden Mittel, um Investitionen zu tätigen oder Aufträge vorzufinanzieren.

Die Firmenpleiten werden nach Angaben des Verbands einen volkswirtschaftlichen Gesamtschaden von 40 Milliarden Euro anrichten, 590 000 Arbeitsplätze seien direkt oder indirekt bedroht.

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