Kein Aufschwung in Sicht:
DIW halbiert Wachstumsprognose

Die schwache Binnennachfrage in Deutschland wird der jüngsten DIW-Prognose zufolge auch 2006 einem kräftigen Aufschwung im Wege stehen.

HB BERLIN. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat mit Blick auf die schwache Binnennachfrage seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr halbiert. Während die Forscher im Januar noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 Prozent vorausgesagt hatten, wird nun für 2005 in Deutschland nur noch ein Wachstum von 0,9 Prozent erwartet. Für das kommende Jahr rechnet das DIW mit einem Anstieg um 1,5 Prozent, nachdem zu Jahresbeginn noch mit zwei Prozent gerechnet worden war.

Während man im Außenhandel gute Wachstumsraten verzeichne, bleibe die Binnennachfrage „die Achillesferse der deutschen Konjunktur“, sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann am Mittwoch in Berlin. Der private Konsum werde gehemmt, weil den Steuersenkungen zu Jahresbeginn unter anderem die nach wie vor hohen Arbeitslosenzahlen gegenüberstünden. Erst für das kommende Jahr rechnet das Berliner Institut damit, dass die Zahl der Erwerbslosen auf durchschnittlich 4,5 Millionen sinkt.

Der Leiter der DIW-Konjunkturabteilung, Alfred Steinherr, sagte, Deutschland habe jetzt das konjunkturelle Tal erreicht. Gleichzeitig räumte er ein, dass die verhaltene Wachstumsprognose noch erhebliche Risiken beinhalte. So gingen die Forscher davon aus, dass der Ölpreis auf 48 US-Dollar pro Barrel sinkt und der Euro-Kurs bei 1,22 Dollar verharrt.

Grundlage der Schätzungen seien zudem moderate Lohnabschlüsse von etwa 1,5 Prozent sowie eine Senkung der europäischen Leitzinsen. Ein solcher Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) wäre „ein wichtiges Signal“, sagte Steinherr. Damit, dass sich die Zahlen durch einen Regierungswechsel im Herbst deutlich verändern könnten, rechne er nicht.

(Internet: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: www.diw.de).

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