Kein Preisdruck in absehbarer Zeit: Preisauftrieb schwächt sich ab

Kein Preisdruck in absehbarer Zeit
Preisauftrieb schwächt sich ab

Die Inflationsrate in Deutschland ist zum Jahresbeginn wieder unter die Zwei-Prozent-Marke gesunken. Im Januar ging die jährliche Teuerungsrate auf 1,6 % zurück - nach 2,1 % im Dezember 2004. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit.

HB WIESBADEN. Grund für den Rückgang sei ein statistischer Effekt. Die im Januar 2004 in Kraft getretene Gesundheitsreform habe im Vorjahr für einen Preisauftrieb gesorgt. Im Vergleich zum Vormonat lag die Rate im Januar 0,4 % niedriger. Dabei wurden allein Pauschalreisen in den Ländern um rund 24 % günstiger. Kraftstoffe wurden zumeist teurer. Auch für Strom und Gas mussten die Verbraucher teils deutlich mehr bezahlen.

Hauptpreistreiber im Jahresvergleich blieben Heizöl und Benzin sowie Tabakwaren, die wegen der Anhebung der Tabaksteuer rund 25 % mehr als im Januar 2004 kosteten. Auch Gas und Strom verteuerten sich wie von den Energieversorgern zuvor angekündigt. In den Ländern lag die Preissteigerung bei Strom zwischen 2,3 und 6,7 %, bei Gas zwischen 4,0 und 10,2 %. Die Preiserhöhungen durch die Gesundheitsreform von Anfang 2004 wirkten sich anders als noch im Dezember nicht mehr auf die Jahresteuerung aus, was zum Inflationsrückgang beitrug.

Volkswirte hatten mit einem Rückgang der Jahresinflation auf 1,8 % und einem monatlichen Preisrückgang von im Schnitt 0,2 % gerechnet, nachdem die Monatsinflation im Dezember noch 1,0 % betragen hatte.

Am stärksten schwächten sich die Preise zum Dezember in Baden-Württemberg ab mit minus 0,6 %. Ohne saisonabhängige Waren und Dienstleistungen wäre der Gesamtindex dort zum Vormonat um 0,2 % gestiegen. Billiger waren meist auch Bekleidung und Schuhe, wobei sich der Lagerausverkauf von Winterware in vielen Geschäften bemerkbar machte, wie Stephan Rieke von der BHF-Bank sagte. Nahrungsmittel zogen beim Preis leicht an, so in Brandenburg um 0,7 und in NRW um 0,3 %. Während Kraftstoffe in Brandenburg 1,3 % weniger kosteten als im Dezember, verteuerten sich Benzin und Diesel in Nordrhein-Westfalen um 1,4 % und in Sachsen um 3,4 %. Hintergrund ist der erneute Anstieg des Rohölpreises, der seit Jahresbeginn um knapp 13 % zugelegt hat. Teurer wurden auch Versicherungen, so für Kraftfahrzeuge in Sachsen im Schnitt um 2,2 %.

Insgesamt sehen Banken-Volkswirte auch für die nächsten Monate keinen Preisdruck in Deutschland. Silvia Pepino von JP Morgan sagte, Abwärtsdruck für die Preise gehe weiter vom starken Euro aus. Außerdem lasse die schwache Binnennachfrage weiter keine Preiserhöhungen zu. Auch Rieke sagte: „Ich erwarte keine größeren Preisimpulse für die nächsten Monate.“

Der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank entscheidende Harmoniserte Verbraucherpreis-Index (HVPI) stieg zum Vorjahr um 1,6 % nach 2,2 % im Dezember. Im Vergleich zum Vormonat sank der HVPI um 0,5 %.

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