Kein starkes US-Comeback
Goldman Sachs tritt auf die Euphoriebremse

Jan Hatzius, Chefvolkswirt von Goldman Sachs rechnet nicht mit einem starken Comeback Amerikas. Er hält Hoffnungen für ein starkes Wachstum in den USA für überzogen.
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Goldman Sachs hält Hoffnungen für ein starkes Wachstum in den USA für überzogen. „Ich sehe kein starkes Comeback der USA“, sagte Chefvolkswirt Jan Hatzius im Handelsblatt-Interview. Es spreche zwar niemand mehr von einer neuen Rezession. Aber man könne aus der zuletzt positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt nicht auf starkes Wachstum schließen.

„Wir rechnen mit nur wenig über zwei Prozent für 2012“, so Hatzius. Die Gründe: Der extrem milde Winter in den USA hat seiner Meinung nach die jüngsten Konjunkturdaten verzerrt und der hohe Ölpreis belastet das Wachstum. Zudem sei der Immobilienmarkt immer noch nicht durch die Krise.

Für 2013 rechnet Hatzius zudem mit Gegenwind für die Konjunktur aus Washington, weil die Politik nach der Wahl kürzer treten muss. „Amerika muss sparen“.

Der in Heidelberg geborene Hatzius wurde 2005 Chefvolkswirt bei der weltgrößten Investmentbank Goldman Sachs für die USA. Er hat frühzeitig auf die Probleme am US-Immobilienmarkt hingewiesen, so dass seine Bank relativ gut durch die Finanzkrise kam.

Hatzius rechnet nicht damit, dass die Arbeitslosenquote von derzeit 8,3 Prozent in diesem Jahr noch nennenswert fällt. Die Effekte aus dem milden Winter liefen derzeit aus, so seine Begründung. Daher rechnet er mit einem weiteren Anleiheankaufprogramm (QE3) der US-Notenbank Fed: „Ich denke, die Wahrscheinlichkeit ist immer noch größer als 50 Prozent. Man will ja  wieder zu Vollbeschäftigung zurück“, so Hatzius.

Schließlich liege nach den Schätzungen der Fed die Arbeitslosenquote in den USA 2,5 Prozentpunkte über dem ‚natürlichen Niveau‘." Um das abzubauen braucht man höheres Wachstum über einen längeren Zeitraum.“.

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