Kein wesentlicher Impuls für das Wachstum erwartet
Konsumklima stabilisiert sich auf breiter Front

Die gute Nachricht: Es geht nicht weiter abwärts mit der Stimmung der deutschen Verbraucher. Die Konsumforscher der GfK haben ermittelt, dass vor allem im Westen des Landes der Pessimismus der Konsumenten abgenommen hat.

HB NÜRNBERG. „Die Konsumstimmung kann sich zu Herbstbeginn auf breiter Front stabilisieren. Aber das Niveau bleibt bescheiden“, erklärte Rolf Bürkl von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag in Nürnberg zur jüngsten Umfrage der Marktforscher. Das auf Basis der September-Umfrage berechnete Konsumklima für Oktober kletterte auf 2,4 von revidiert 2,1 Punkten im September. Die Leute fassten etwas mehr Zuversicht in die Wirtschaftserholung und fürchteten sich weniger vor sinkenden Einkommen als in den Vormonaten. Den Zeitpunkt für größere Anschaffungen sahen sie jedoch noch nicht gekommen.

Als einen zentralen Grund für die Stimmungsaufhellung unter den Konsumenten nannte Bürkl die etwas weniger hitzigen Debatten um Sozial- und Arbeitsmarktreformen: „Die Diskussionen um Hartz IV scheinen etwas abzuebben und damit auch deren Wirkung auf die Stimmung“, sagte Bürkl. Allerdings habe sich die wachsende Kluft zwischen Ost und West bei der Stimmung weiter verbreitert.

Trotz der Stabilisierung des Konsumklimas erwartet die GfK - die jeden Monat rund 2 000 Personen befragt - keinen wesentlichen Impuls mehr vom privaten Verbrauch für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr. Lediglich die Abwärtstendenz der vergangenen Monate habe gestoppt werden können. Auf den Konsum entfallen rund 60 % des Bruttoinlandsproduktes.

Der Indikator für die Konjunkturerwartungen erreichte mit minus 11,9 Zählern nach minus 18,4 Zählern wieder das Niveau vom Juni. Die sich noch verschlechternde Arbeitsmarktlage verhindere aber eine spürbare Erholung der Konjunkturstimmung, sagte Bürkl. Zudem gebe die nachlassende Wachstumsdynamik in den USA Anlass zur Sorge, weil die deutschen Exporte Schaden nehmen könnten.

Aufgehellt haben sich auch die Einkommenserwartungen: Der entsprechende Teilindikator gewann gut sieben Punkte auf minus 12,3 Zähler hinzu. Neben der abebbenden Diskussion um die Hartz IV-Reformen hätten auch die wieder moderateren Energiepreise eine Rolle gespielt, sagte Bürkl. Dass die Arbeitsmarktreformen aber nach wie vor die Konsumstimmung beeinflussen, werde dadurch belegt, dass sich die Einkommenserwartungen nur im Westen verbesserten, während die GfK im Osten erneut eine leichte Verschlechterung verzeichnete. Wegen der höheren Langzeitarbeitslosigkeit sind die Menschen im Osten stärker von den Sozial- und Arbeitsmarktreformen betroffen.

Die Neigung zu größeren Anschaffungen wie Autos oder Fernseher stagnierte in der September-Umfrage. Der entsprechende Teilindikator stieg nur um 0,4 Zähler auf minus 27,4 Punkte. Auch hier verbesserte sich der Wert im Westen, während im Osten eine erneute Verschlechterung festzustellen war. Bürkl sagte, die Unsicherheit der Verbraucher über ihre weitere finanzielle Situation mache es derzeit eher unwahrscheinlich, dass sie nachhaltig ihre Kaufzurückhaltung aufgäben: „Vor allem eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes könnte die Kauflust wieder beflügeln.“

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