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Fed enttäuscht Hoffnungen auf Zinssenkung

Trotz der dramatischen Verschärfung der Finanzkrise hat sich die US-Notenbank Federal Reserve gegen eine Senkung des Leitzinses entschieden. Viele Marktteilnehmer hatten angesichts der Insolvenz bei Lehman und der bedrohten Existenz des Großversicherers AIG jedoch genau damit gerechnet. Die Börsen zeigten sich allerdings nur kurzfristig irritiert.

HB WASHINGTON. Die US-Notenbank Federal Reserve hat trotz der dramatischen Zuspitzung der Finanzkrise die Zinsen in den USA nicht weiter gesenkt. Die Währungshüter um Ben Bernanke beließen am Dienstag den für die Banken entscheidenden Schlüsselzins bei 2,0 Prozent, weil sie einen Anstieg der Inflation fürchten. Die Fed kam damit offensichtlich zu dem Schluss, dass sie die Marktturbulenzen besser mit Geldspritzen bekämpfen kann als mit einer Zinssenkung.

Die Börsianer an der Wall Street reagierten nur kurzzeitig enttäuscht: Der Dow-Jones-Index fiel nach der Entscheidung zunächst um rund ein Prozent, drehte kurz darauf jedoch bereits wieder ins Plus. Der Euro ist nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Dienstagabend weiter gesunken. Nach mehr als 1,42 Dollar am Morgen und 1,4160 Dollar am späten Nachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung zuletzt mit 1,4155 Dollar gehandelt.

Viele Anleger hatten wegen des Zusammenbruchs der Investmentbank Lehman Brothers und dem Überlebenskampf des Versicherers AIG fest mit einer Zinssenkung gerechnet. Die Fed hat sich in der Vergangenheit bereits mit einer ganzen Reihe von Zinssenkungen gegen die Kreditkrise gestemmt und ihren Leitzins so bis April von 5,25 auf 2,0 Prozent gekappt. Die Notenbank unterstützt die Finanzmärkte außerdem zusätzlich mit riesigen Geldspritzen: Allein am Montag und Dienstag pumpte sie insgesamt 140 Mrd. Dollar in den Geldmarkt.

Sowohl die Abwärtsrisiken für das Wachstum als auch die Aufwärtsrisiken für die Inflation bereiten der Fed große Sorgen, wie es in der Erklärung zu der einstimmigen Zinsentscheidung des zuständigen Fed-Ausschusses hieß. Die Notenbanker räumten zwar ein, dass sich die Anspannung an den Finanzmärkten deutlich erhöht hat. Zudem habe sich der Arbeitsmarkt abgeschwächt und auch das Wirtschaftswachstum sei zuletzt abgeflaut. Die bereits erfolgten Zinssenkungen und die Bereitstellung von Liquidität sollten die Wirtschaft jedoch im Laufe der Zeit ankurbeln. Die Inflation sei zudem bereits hoch und der Ausblick hier unsicher, auch wenn die Fed weiter von einer Verlangsamung der Preiserhöhungen ausgeht.

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