Keine Entwarnung für den Arbeitsmarkt
Umfrage: Unternehmen glauben an allmähliche Erholung

Deutsche Unternehmen blicken wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Das ergab eine Umfrage bei 1 388 Betrieben im Oktober 2003, die das Institut der Deutschen Wirtschaft am Mittwoch in Berlin vorstellte.

HB BERLIN. „Die von uns befragten Unternehmen signalisieren für das Jahr 2004 nur eine allmähliche konjunkturelle Erholung, aber keine kräftige wirtschaftliche Dynamik“, fasste IW-Geschäftsführer Rolf Kroker die Ergebnisse der IW-Umfrage am Mittwoch laut Redetext in Berlin zusammen. Damit sei für 2004 bestenfalls mit einem Wirtschaftswachstum von 1,75 Prozent zu rechnen.

Im Vergleich zur Frühjahrsumfrage hellte sich die Stimmung der Betriebe dem IW zufolge aber merklich auf: Bereits jetzt produziere jede dritte Firma mehr als noch im Herbst 2002, nur noch ein Viertel hätten die Produktion eingeschränkt. Gut 40 Prozent der rund 1400 befragten Unternehmen rechneten für das kommende Jahr mit steigender Produktion.

Als größte Risiken für die Erholung hätten die Unternehmen zu hohe Lohnabschlüsse und ausbleibende oder verwässerte Reformen der Regierung genannt. „Der momentane Höhenflug des Euro bereitet dagegen nicht mal einem Drittel der Unternehmen Kopfschmerzen“, teilte das IW mit.

Motor der Erholung wird dem IW zufolge einmal mehr der Export. Mehr als ein Drittel der Unternehmen rechne mit steigender Auslandsnachfrage, rund die Hälfte gehe von einem stabilen Exportgeschäft aus. Auch wenn noch immer die Zahl der Unternehmen leicht überwiege, die ihre Investitionen im kommenden Jahr kürzen wollten, gebe es Anzeichen, dass die langjährige Investitionsschwäche zu Ende gehen könnte. So dominierten bei den Maschinen- und Anlagenbauern wie in keinem anderen Bereich die positiven Geschäftserwartungen.

Keine Entwarnung gab das IW für den deutschen Arbeitsmarkt: „Die Situation am Arbeitsmarkt bleibt trotz der Erholungsanzeichen erschreckend schlecht“, erklärte Kroker. Nur 17 Prozent der westdeutschen und gar nur zehn Prozent der ostdeutschen Betriebe gingen von zusätzlichen Einstellungen im kommenden Jahr aus. Dagegen erwarteten rund 35 Prozent der Unternehmen in Ost und West eine sinkende Beschäftigung.

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