Keine Reaktion der Finanzmärkte
Produktion sinkt im August kräftig

Auch wegen der Ferien in allen großen Bundesländern ist die Erzeugung im produzierenden Gewerbe im August kräftig gesunken. Allerdings sehen Analysten die von ihnen prognostizierte leichte Konjunkturerholung deshalb nicht gefährdert.

HB BERLIN. Die Branche habe saisonbereinigt 2,5 Prozent weniger hergestellt als im Juli, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) am Donnerstag in Berlin mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang der Erzeugung um 1,3 Prozent gerechnet, nachdem die Produktion im Juli um revidiert 2,8 Prozent gestiegen war.

„Die August-Zahl ist kein Grund, das Rezessionsgespenst aus dem Keller zu holen und abzustauben“, sagte Bernd Weidensteiner von der DZ Bank. Wie das BMWA selbst relativierte er den Rückgang der Produktion mit dem Hinweis auf die ungewöhnlichen Häufung von Ferien in den größten Bundesländern im August. Die Herstellung im Juli sei entsprechend weniger als üblich durch Ferien belastet gewesen.

Die Kurse an den Finanzmärkten reagierten kaum auf die Produktionsdaten. „Der Markt schaut auf die Arbeitsmarktdaten aus den USA, die heute Nachmittag zu erwarten sind. Deshalb ist die Reaktion auf die Industrieproduktion so gering“, sagte ein Frankfurter Händler.

Septemberdaten werden Aussagekräftiger

Nachdem sich Frühindikatoren wie der Ifo-Index und die Reuters-Einkaufsmanager-Indizes seit Monaten verbessern, warten Analysten immer noch auf eine Bestätigung der Vorboten durch „harte Daten“ aus der Realwirtschaft. Viele Experten hatten jedoch schon vor Veröffentlichung der Produktion gewarnt, dass die Daten wegen der Verzerrung als Barometer für die Wirtschaftslage nur eingeschränkt nutzbar sind. „Der September wird Auskunft geben, ob wir ein Wachstum in der Industrie bekommen“, sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. Im Gegensatz zur Produktion waren die Industrie-Aufträge im August überraschend positiv ausgefallen. Volkswirte hatten jedoch gewarnt, den Anstieg bereits als Beleg für den Beginn eines Aufschwungs zu sehen.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich Juli/August zu Mai/Juni stieg die Produktion den Angaben zufolge um 1,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm das Produktionsvolumen im August nach Berechnungen von Reuters auf Basis von Bundesbank-Daten um 1,9 Prozent ab.

In Westdeutschland sank die Erzeugung im August um 2,8 Prozent, im Osten stieg sie dagegen um 1,3 Prozent. Die Industrie stellte den BMWA-Angaben zufolge 2,6 Prozent weniger her als im Juli. Im Bauhauptgewerbe ging die Produktion um 6,1 Prozent zurück, im Energiesektor stieg sie um 2,4 Prozent. Die Produktion der Vorleistungsgüterhersteller fiel um 1,5 Prozent, die Konsumgüterproduzenten stellten 1,3 Prozent weniger her. Die Erzeugung von Investitionsgütern fiel um 4,6 Prozent.

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