Keine Überraschung
Exporteure setzten im Juni weniger Waren ab

Die deutsche Wirtschaft hat im Juni deutlich weniger Waren exportiert. Die Ausfuhren hätten mit einem Wert von insgesamt 54,1 Mrd. € saisonbereinigt um 2,5 % unter dem Niveau vom Mai und sogar 4,1 % unter dem Juni 2002 gelegen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit.

Reuters BERLIN. „Das Minus war nicht so ganz überraschend nach dem Anstieg im vergangenen Monat“, sagte Thomas Hueck von der Hypo-Vereinsbank. Im gesamten ersten Halbjahr habe vor allem die noch schwache Weltwirtschaft und auch Sonderfaktoren wie der Irak-Krieg und die Lungenkrankheit Sars den Außenhandel gebremst. Auch der beschleunigte Anstieg des Euro zum Dollar in der ersten Jahreshälfte habe den Export gedämpft.

Die Importe lagen im Juni den Statistikern zufolge mit 43,7 Mrd. € 3,6 % unter dem Vorjahr und 1,0 % unter dem Niveau vom Mai. In der Handelsbilanz verbuchte Deutschland den Angaben zufolge im Juni einen Überschuss von 10,4 Mrd. €. Die Leistungsbilanz schloss mit einem Plus von 2,7 Mrd. € ab. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Handelsbilanzüberschuss von 10,1 Mrd. € und ein Leistungsbilanzplus von 2,6 Mrd. € prognostiziert.

Im gesamten ersten Halbjahr betrug der Handelsbilanzüberschuss 59,1 Mrd. € und lag damit unter dem Wert vom Vorjahr von 63,4 Mrd. €. Die Ausfuhren stiegen im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2002 um zwei Prozent, die Einfuhren sogar um 4,2 %. Für das zweite Quartal zeichnet sich nach Ansicht Hueck damit ab, dass vom Außenhandel erneut kaum ein Impuls für das deutsche Wirtschaftswachstum ausgegangen ist. „Das zeigt wieder, dass wenn der Export nicht läuft, auch die deutsche Wirtschaft nicht läuft“, sagte der Volkswirt. Wie viele seiner Kollegen geht Hueck inzwischen davon aus, dass die deutsche Wirtschaftsleistung auch von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft ist, Deutschland damit nach dem Rückgang im ersten Vierteljahr in einer leichten Rezession steckt. Im weiteren Jahresverlauf sollte dank eines besseren weltwirtschaftlichen Umfeldes auch der deutsche Export anziehen und so zur erwarteten leichten Konjunkturerholung beitragen.

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