Kleidung und Lebensmittel billiger
Ölpreis treibt Teuerung nach oben

Der hohe Ölpreis hat im Oktober die deutsche Inflation spürbar angeheizt. Von September auf Oktober erhöhten sich die Verbraucherpreise im Schnitt um 0,2 % und die Jahresteuerungsrate stieg auf 2,0 von 1,8 %, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag nach endgültigen Berechnungen mitteilte.

HB BERLIN. Vor allem für Heizöl und Benzin mussten die Menschen deutlich mehr ausgeben, während sie beim Kauf von Lebensmitteln und Bekleidung Geld sparen konnten. Damit fiel die endgültige Berechnung der Inflation jeweils ein Zehntelprozentpunkt niedriger aus als bei der ersten Schätzung der Statistiker von Ende Oktober.

„Auch im Oktober 2004 wirkten Mineralölprodukte deutlich preistreibend: Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte die Teuerungsrate nur bei 1,4 % gelegen“, erklärten die Statistiker. Die Heizölpreise stiegen innerhalb eines Jahres um gut 40 % und damit so schnell wie seit dem Herbst 2000 nicht mehr. Für ihre Tankfüllung mussten Autofahrer mehr als elf Prozent mehr ausgeben, Diesel kostete sogar gut 18 % mehr. Allein von September auf Oktober verteuerte sich Heizöl um fast 17 % und Kraftstoffe um 3,5 %. „Ohne Einrechnung der Mineralölprodukte wäre der Verbraucherpreisindex von September auf Oktober 2004 nicht angestiegen, sondern um 0,1 % gesunken“, erklärten die Statistiker. Seit Jahresanfang sind die Preise für Rohöl um rund zwei Drittel gestiegen. Hintergrund ist die starke Nachfrage aus China, Spannungen im Nahen Osten und Spekulationen an der Börse. Zudem beginnt im Oktober die Heizperiode. Seit Ende Oktober sind die Ölpreise allerdings wieder rund zehn Prozent gefallen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte auch die Inflation in Deutschland schnell wieder sinken. Weil die Binnennachfrage weiter schwach ist, können viele Firmen keine Preiserhöhungen durchsetzen.

SPAREN BEI GEMÜSE UND SPORTARTIKELN

Günstiger als vor einem Jahr waren dagegen Lebensmittel, die 1,3 % weniger kosteten. Gemüse bekamen die Verbraucher sogar zehn Prozent billiger als vor einem Jahr, als die Preise als Folge des heißen Sommers noch immer vergleichsweise hoch waren. Von September auf Oktober veränderten sich die Preise dagegen kaum.

„Auch für eine Reihe von Sportartikeln - etwa für Lederfußbälle (minus 1,8 %), Tennisschläger (minus 5,5 %) und Inline-Skates (minus 9,8 %) war weniger als noch im Oktober 2003 zu zahlen“, stellten die Statistiker fest. Auch Wasch- und Geschirrspülmittel kosteten weniger als vor einem Jahr.

Der für die europäische Geldpolitik maßgebliche harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) legte den Angaben zufolge um 0,2 % zu und lag damit 2,2 % über dem Niveau vom Oktober 2003. Auch hier revidierte das Amt seine ersten Berechnungen etwas nach unten.

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