Kohn öffnet Tür für weitere Zinssenkung
US-Notenbank deutet Kehrtwende an

Bei der US-Notenbank deutet sich ein Sinneswandel zu Gunsten einer neuerlichen Zinssenkung an. Fed-Gouverneur Donald Kohn sagte, die Federal Reserve (Fed) müsse „flexibel und pragmatisch“ auf die jüngsten Turbulenzen auf den Finanzmärkte reagieren.

tor NEW YORK. „Sollten die Verwerfungen (auf den Märkten) anhalten, könnte das dazu führen, dass sich die Finanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen weiter verschärfen“, warnte der Zentralbanker in New York. Bislang hatten die Fed-Oberen eine neuerliche Zinssenkung am 11. Dezember nahezu ausgeschlossen, da sich die Risiken für Inflation und Wachstum in etwa im Gleichgewicht befinden würden.

Die US-Notenbanker scheinen sich jedoch keineswegs einig über den weiteren Kurs in der Geldpolitik zu sein. Anfang der Woche hatte Charles Plosser, Fed-Präsident in Philadelphia, vor einer weiteren Lockerung der Zinszügel gewarnt. Dadurch könne nicht nur die Inflationsgefahr wachsen, sondern Investoren würden auch vor den Folgen ihrer Fehlinvestitionen bewahrt. Die Fed hatte zuletzt Ende Oktober die Leitzinsen in den USA um einen Viertelprozentpunkt auf 4,5 Prozent gesenkt. Damals signalisierten die Notenbanker außerdem, dass weitere Zinsschritte nicht geplant seien, solange sich Wachstums- und Inflationsrisiken die Waage hielten.

Inzwischen hat sich jedoch die Lage insbesondere auf den Kreditmärkten wieder verschärft. Zudem mehren sich die Anzeichen, dass auch Verbraucher und Unternehmen zunehmend unter der restriktiveren Vergabe von Darlehen leiden. Die Investmentbank Goldman Sachs beziffert die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession jetzt auf 40 bis 45 Prozent. An den Terminmärkten gilt eine weitere Zinssenkung der Fed deshalb als ausgemacht.

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