Kommentar
Kontrollierte Bremsung

Der Aufschwung in Deutschland dürfte sich im zweiten Quartal etwas abschwächen. Dennoch besteht kein Anlass zur Sorge. Das größte Risiko für die Wirtschaft geht nicht von Griechenland aus, sondern von den USA.
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MannheimDie Stimmung der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung  befragten Finanzmarktprofis ist deutlich gesunken. Die aktuelle Lage wird zwar weiterhin exzellent beurteilt, doch die  Zukunft wird sehr kritisch beurteilt.
Angesichts der Nervosität an den Finanzmärkten kann dies kaum verwundern. Seit nun mehr über einem Jahr schwelt die Griechenland-Krise und es wird immer deutlicher, dass die Politik mit ihrer Feuerlösch-Taktik scheitern wird. Und welche Folgen eine Umschuldung oder gar eine Pleite Griechenlands wirklich hätte, kann  niemand treffsicher vorhersagen. 

Doch das eigentlich viel größere Problem für die Weltwirtschaft sind die USA: Die Verschuldung steigt mit atemberaubender Geschwindigkeit, die Geldpolitik ist auf Dauer selbstmörderisch und Konjunktur,   Arbeitsmarkt und Immobiliensektor kommen nicht in Gang. Jeder andere Staat in dieser Situation wäre von den globalen Finanzmärkten bereits brutal abgestraft worden.

Dass sich vor allem der Deutsche Aktienindex Dax dennoch so gut hält, liegt vor allem   an den Fundamentaldaten: Deutschlands Konzerne verdienen zur Zeit so viel Geld wie nie zuvor. Außerdem stehen die Chancen gut, dass Deutschland einer der ökonomischer  Gewinner dieses Jahrzehnts werden könnte.

Sicher, nach dem mit 1,5 Prozent Wachstum furiosen Start ins Jahr 2011 dürfte die Wirtschaft im zweiten Quartal vielleicht nur noch halb so stark gewachsen sein und in der zweiten Jahreshälfte dürfte das Wachstum dann auf Normalmaß zurückgehen.
Ein echter Grund zur Sorge ist das nicht. Denn dauerhaft unter Volldampf zu fahren, hat noch keinem Motor gut getan.

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