Kommentar
Salto rückwärts statt Zinswende

Ben Bernanke blamiert sich, die US-Notenbank und die Zunft der Währungshüter. Der Ausstieg aus der Zeit des billigen Geldes ist doch schwieriger als zuvor behauptet.
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FrankfurtJetzt ist passiert, was nicht hätte passieren dürfen. Der mächtigste Notenbanker der Welt ist bis auf die Knochen blamiert, weil er versucht hat alles richtig zu machen. Das zeigt, dass der Ausstieg aus der – im Kern alternativlosen – Politik des billigen Geldes schwieriger ist als Notenbanker lange behauptet haben.

Aber von vorne: Im Juni war US-Notenbankchef Ben Bernanke so zuversichtlich was das Wachstum der USA angeht, dass er eine Reduzierung der milliardenschweren monatlichen Anleihekäufe zur Konjunkturstützung im Jahresverlauf in Aussicht stellte, falls – und die Einschränkung ist wichtig – die Konjunktur sich weiter entwickele wie erhofft.

Und die Reaktion der Märkte schien seiner vorrausschauenden Kommunikationsstrategie Recht zu geben. Weltweit gingen die Aktienkurse nach unten, Anleiherenditen stiegen, die Währungen von Ländern wie Brasilien und Indien rutschten in den Keller. Schon die kleine Andeutung des Fed-Chefs bewegt die Märkte. Da macht eine langfristig angelegte Vorbereitung der Investoren auf einen wichtigen, großen Schritt Sinn.

Die Investoren weltweit nahmen Bernanke beim Wort und erwarteten von den geldpolitischen Beratungen der Fed an diesem Mittwoch Vollzug. Doch dummerweise entwickelte sich die US-Konjunktur seit den Äußerungen Bernankes im Juni nicht so, wie dieser erhofft hatte. Und deshalb musste er nun einen Salto rückwärts machen.

Die Zinswende ist erneut verschoben. Die Fed wird weiterhin jeden Monat 85 Milliarden Dollar an Anleihen kaufen.
Bernanke ist nun blamiert. Da hilft ihm weder, dass seine Kommunikationsstrategie eigentlich gut gemeint war, noch dass seine Aussagen im Juni unter den Vorbehalt gestellt hatte, dass die Konjunktur sich weiter so entwickelt wie gehabt.

Wenn der mächtigste Notenbanker der Welt nicht in der Lage ist, die Konjunktur drei Monate im Voraus einigermaßen sicher zu prognostizieren, dann ist das ein Reputationsschaden für die ganze Zunft.

Kommentare zu " Kommentar: Salto rückwärts statt Zinswende"

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  • Was die deutsche Politik in den letzten 40 Jahren zu bieten hatte, war für mich zunehmend und absolut verabscheuungswürdig.

    http://marc-doll.de/index.php?option=com_content&view=article&id=51:negative-zitate&catid=41:buchtipp-zitate&Itemid=61

    Diese rasante Zunahme der Verachtung gegenüber der deutschen Bevölkerung und Deutschlands war schon richtig Abartig!
    Sogar im Ausland wurde es bemerkt, die Krönung war dann der Bericht des CIA-Chefs Hyaden.

    „Die renommierte “Washington Post” zitierte den Boss des amerikanischen Geheimdienstes CIA, Hayden, mit den Worten, dass Deutschland spätestens im Jahre 2020 nicht mehr regierbar sei.“

    Google: CIA prophezeit Bürgerkrieg in Deutschland und EU



    Vor ca. 4 Monaten wurde ich dann zu meinem Erstaunen überrascht, „Alternative für Deutschland“.

    Es hat mich nicht mehr losgelassen.

    Neugierig geworden, fing ich an zu recherchieren.
    Es verging fast kein Tag mehr ohne wachsende Begeisterung.

    Das Unglaubliche kam zum Vorschein „DEMOKRATIE“

    Ich konnte es nicht fassen ...

    So sicher wie das Amen in der Kirche werde ich AfD wählen!

    AfD-Spitzenkandidat Jörn Kruse über demokratische Entscheidungsfindung
    http://www.youtube.com/watch?v=dlj_suYrZzc&feature=c4-overview&list=UUwyiPnNlT8UABRmGmU0T9jg

    Demokratie und Menschenachtung müssen in Deutschland wieder durch die AfD eingeführt werden.

    Das Glück liegt in unseren Händen, am 22.09.2013!

    Kein Bleistift zum ankreuzen benutzen!

  • Ja, ja, der Schoppenhauer, ein alter Beruf aus der Pfalz. Ein muskulöser Pfälzer haut ständig auf den Schoppen!
    Gruß von Herrn Schopenhauer, Gott hab ihn selig!

  • Das sehen wir ganz genau so! Wenn jemand ein eindeutiges Kriterium nennt und dann danach handelt, warum ist der dann blamiert?
    Bernie sagte quasi, wenn im August weiter die Sonne scheint, werden wir die Anleihekäufe reduzieren, falls nicht, dann nicht. Er hat sich exakt daran gehalten!

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