Kommentar zur Fed
Bernanke hat die Inflationsgefahr unterschätzt

Die US-Notenbank ist zur Untätigkeit verdammt, weil sie das Inflationsrisiko unterschätzt hat, meint US-KORRESPONDENT ROLF BENDERS.
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Seit Monaten predigt Fed-Chef Bernanke, der Preisauftrieb sei „zeitlich begrenzt“ und daher kein Grund zur Sorge. Aber nun steigen die Kosten für den Verbraucher zumindest schon so lange, dass sogar die um Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Kernrate dabei ist, die Schmerzgrenze der Fed von rund zwei Prozent zu erreichen.

Das bringt Bernanke in eine sehr unangenehme Lage: Er kann auf die Misere am Arbeitsmarkt und die allgemeine Wachstumsschwäche im Grunde nicht einer weiteren  geldpolitischen Lockerung reagieren. Das würde die Inflation nur weiter anheizen. Wie unangenehm die Lage sein muss, zeigt der argumentativer Balance-Akt in der heutigen Erläuterung zur Entscheidung, vorerst nichts zu tun.

Es bleibt ihm nun kaum etwas anderes als darauf zu setzen, dass der Ölpreis wirklich wie von ihm erhofft fällt und damit die Inflation nachlässt oder das Wirtschaftswachstum in der Tat wieder anspringt. Aber bislang zeigt sich der Ölpreis wenig willens, nachhaltig zu fallen und die neuen Krisensignale vom US-Immobilienmarkt wecken böse Erinnerungen an den Konjunkturkollaps 2008. Es scheint fast, als bleibe Bernanke nur die Hoffnung, dass es doch nicht so schlimm kommt. Denn selbst für die mächtigste Notenbank der Welt ist ein Zweifrontenkrieg gegen Inflation und Wachstumsschwäche nur sehr schwer zu gewinnen

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