Konjukturbarometer
Vertrauen der Verbraucher in US-Konjunktur bröckelt

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich im August nach endgültigen Berechnungen der Universität Michigan deutlicher eingetrübt als erwartet.

HB NEW YORK. Der entsprechende Index sank auf 89,1 Punkte von 96,5 Zählern im Juli, wie am Freitag aus New Yorker Finanzkreisen verlautete. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang auf 92,7 gerechnet. Sie machten vor allem die gestiegenen Benzin-Preise für die Entwicklung verantwortlich. Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das das Kaufverhalten der Verbraucher im Voraus anzeigt. Immerhin machen die Konsumausgaben rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Wall Street und die Börsen in Deutschland reagierten denn auch mit Kursabschlägen.

Die Sorge wegen der höheren Treibstoff-Kosten wiege mehr als der beginnende Optimismus auf Grund der Entwicklung am Arbeitsmarkt, sagte Volkswirt Ryan Wang von der Bank HSBC. „Die Leute wissen, dass das schließlich zu einer Verlangsamung der Konjunktur führen kann“, erklärte Kevin Logan von Dresdner Kleinwort Wasserstein in New York. „Die Leute im Mittleren Westen haben bereits eine dunkle Vorahnung, dass im Winter zu den hohen Sprit-Kosten fürs Auto nun auch noch hohe Heizkosten kommen könnten“, erläuterte Carl Tannenbaum von der Lasalle Bank in Chicago. Der Preis der Gallone (etwa 3,8 Liter) Benzin war nach Regierungsangaben vergangene Woche auf die Rekordhöhe von 2,61 Dollar gestiegen - ein Plus von 6,2 Cent gegenüber der Vorwoche.

Auch künftig rechnen die US-Verbraucher offenbar mit einer Verschlechterung. Der Index der Erwartungen sei der Universität Michigan zufolge auf 76,9 von 85,5 Punkten im Vormonat gefallen, hieß es. Zudem schätzen die Konsumenten ihre eigene wirtschaftliche Lage schlechter ein. Dieser Indikator sank auf 108,2 von 113,5 Zählern.

Für die Börsen war vor allem ausschlaggebend, dass die Indikatoren aus Michigan unter den Erwartungen der Analysten lagen. Die Folge: An der New Yorker Börse fiel der Dow-Jones-Index der Standardwerte nach Bekanntgabe der Zahlen um 0,35 Prozent auf 10.415 Punkte. Der breiter gefasste Standard & Poor's 500 verlor 0,29 Prozent auf 1209 Zähler. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq sank um 0,36 Prozent auf 2127 Punkte.

Ähnlich das Bild in Deutschland. Der Deutsche Aktienindex (Dax) dreht um mehr als ein Prozent auf knapp unter 4800 Punkte ins Minus. Nach Einschätzung von Händlern wächst mit den Daten zum US-Verbrauchervertrauen wieder die Skepsis über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft.

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