Konjunktuerholung
Arbeitsmarkt und Euro könnten gefährlich werden

Die Konjunkturerholung ist da, zumindest kurzfristig. Mittel- bis langfristig ist allerdings nicht garantiert, dass sie sich fortsetzt. Risiken gibt es einige. So ist der Außenwert des Euros deutlich gestiegen, weil der Dollar so schwach ist und viele Währungen an ihn gekoppelt sind.
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FRANKFURT. Nach Ansicht des Unternehmensverbandes BusinessEurope ist die Schmerzgrenze für Europas Exporteure überschritten. "Ich bin zutiefst besorgt über die jüngste Entwicklung des Wechselkurses", erklärte der Chef des Verbandes am Montag in Brüssel. Volkswirte stimmen zu. "Man kann sehen, dass der teure Euro dem Marktanteil des Euroraums im Welthandel geschadet hat", bemerkt Jürgen Michels, Europa-Chefvolkswirt der Citigroup.

Es könnte noch schlimmer kommen. Wenn die US-Importe wieder steigen und das US-Außenhandelsdefizit mit ihm, könnte der Dollar erneut auf Talfahrt gehen. Sollten dann die internationalen Investoren das Vertrauen in den Dollar verlieren, könnte es zu Währungsturbulenzen kommen, die die Anpassungsfähigkeit unserer Exportwirtschaft letztlich überfordern.

Ein Risiko für den Aufschwung sind auch die Banken, von denen sich viele immer noch in desolatem Zustand befinden. Ein neuerliches Aufflammen der Finanzkrise könnte auch die Realwirtschaft wieder mit nach unten ziehen. Der Einbruch am Arbeitsmarkt ist bislang ausgeblieben. Viele Volkswirte fürchten aber, dass die Unternehmen auf die unterausgelasteten Kapazitäten in den kommenden Monaten reagieren und Arbeitsplätze abbauen. Sollte der Arbeitsmarkt nicht ins Positive drehen bevor die Konjunkturprogramme auslaufen, könnte sich der Nachfrageausfall zu einer kritischen Größe addieren.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

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