Konjunktur-Ausblick
Industrie bleibt unter Druck

Ende der Woche legt das Bundeswirtschaftsministerium die neuesten Daten über die hiesige Industrie vor. Wie scharf die Krise das Herzstück der Wirtschaft trifft, wird in dieser Woche erneut sichtbar werden. Der Konjunktur-Ausblick.

FRANKFURT. Laut schallte es. Und selbstbewusst. „Das Hohelied auf die Stärke der Industrie“. Schließlich war es vor allem ihr Verdienst, dass der zurückliegende Aufschwung der deutschen Wirtschaft kraftvoller als die vorherigen war: Die „Old Economy“ meldete sich zurück. Während das verarbeitende Gewerbe in den 90er-Jahren Anteile an der Wertschöpfung einbüßen musste, gewann es in den vergangenen Jahren wieder einige zurück.

Ebenso ungeahnt wie der Boom der Traditionsbranchen kam dann mit der Finanzkrise allerdings ihr Rückprall. Wie rasant und schlagkräftig der ist, wird am Ende dieser Woche erneut deutlich werden: Dann legt das Bundeswirtschaftsministerium die neuesten Daten über die hiesige Industrie vor. Alles deutet darauf hin, dass sich sowohl die Auftragslage als auch die Produktion weiter massiv verschlechtert haben – und damit die Indizienkette für die schwerste Rezession in der bundesdeutschen Geschichte noch länger wird. Wenn die Order wie erwartet erneut eingebrochen sein sollten, wird es der zwölfte Rückgang in dreizehn Monaten sein. Derart viele und derart große monatliche Rückgänge sind historisch einmalig.

Krisen, das ist bekannt, schärfen das Auge für Fehlentwicklungen. Decken die Minusrekorde also auf, dass der Glaube an eine Wiedergeburt der deutschen Industrie trügerisch war? Die Antwort der meisten Konjunkturexperten fällt eindeutig aus: Nein! Dass sich die deutsche Wirtschaft auf einer so schnellen und langen Talfahrt befindet, liege nicht etwa an ihrer Schwäche. Schreckensszenarien müsse das verarbeitende Gewerbe Monat für Monat in ihren Auftragsbüchern vor allem deshalb notieren, weil die Krise die gesamte Weltwirtschaft fesselt. Und wer den Großteil seines Einkommens im Ausland mit Industriegütern verdient, stürzt tief, wenn ein weltweiter Investitionsboom endet.

Wie dramatisch die globale Situation ist und vorerst bleiben wird, lässt sich etwa in der jüngsten Prognose des Internationalen Währungsfonds nachlesen. Danach wird das Bruttoinlandsprodukt der Welt 2009 zaghaft, um 0,5 Prozent, ansteigen. Zum Vergleich: 2007 waren es 5,2 Prozent, 2008 noch 3,4 Prozent. Behält der Fonds recht, dürfte das weltweite BIP 2010 immerhin wieder um drei Prozent zulegen.

Seite 1:

Industrie bleibt unter Druck

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%