Konjunktur-Ausblick
Schwachstelle US-Arbeitsmarkt

Die USA kämpfen sich mit einer Serie von Kunstgriffen und massiven staatlichen Anschubhilfen aus der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Offenbar mit Erfolg: Die Mehrheit der Ökonomen geht davon aus, dass Nordamerika die Phase der Rezession überwunden hat. Warum die Erholung der Wirtschaft dennoch ein unruhiger Ritt zu werden droht.
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NEW YORK. Es bleibt die Frage, ob die Lokomotive der Weltwirtschaft auch weiter rollen kann, wenn all die teuren Stimulusprogramme aus Washington auslaufen. Derzeit entfalten sie auf der Nachfrageseite zunehmend Wirkung: So hat das US-Pendant der deutschen Abwrackprämie („Cash for Clunkers") die Schockstarre im Automarkt aufgelöst und den Inventar-Zyklus der verarbeitenden Industrie in den grünen Bereich getrieben. Steuervergünstigungen für Hauskäufer beginnen den Immobilienmarkt zu beleben, der Preisverfall in vielen Regionen ist gestoppt. Bilanzierungserleichterungen und üppige Kursgewinne an den Börsen bringen der Finanzbranche Milliardengewinne zurück, auch weil sie auf ihre illiquiden Vermögenswerte kaum mehr Abschreibungen vornimmt. Mit all diesen Maßnahmen habe die Regierung der Wirtschaft „einen Boden eingezogen und den freien Fall verhindert“, sagte US-Investor Wilbur Ross.

Jetzt ist ein Zug ins Rollen gekommen, der trotz der anhaltend schwierigen Situation am Jobmarkt an Fahrt gewinnt und die Schuldenproblematik der USA auf privater wie staatlicher Ebene aus dem Blickfeld verdrängt hat. Zwar stieg die Arbeitslosenrate im August wieder deutlich an und liegt nun mit 9,7 Prozent auf dem höchsten Stand seit 26 Jahren.

Anders als zu Jahresbeginn verbreitet der Verlust von inzwischen knapp sieben Millionen Jobs seit Beginn der Rezession jedoch keinen allzu großen Schrecken mehr. Eine wachsende Schar von Optimisten setzt vielmehr darauf, dass Amerikas Unternehmen von dem günstigeren Umfeld profitieren und ihre massiven Sparprogramme spätestens im nächsten Jahr auslaufen lassen. In vielen Sektoren beginnen sich die Entlassungen bereits abzuschwächen. „Wir werden 2010 wohl keinen plötzlichen Schub bei Neueinstellungen sehen, aber immerhin steuern wir in die richtige Richtung“, sagte John Challenger, Chef der Personalberatung Challenger, Gray & Christmas.

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