Konjunktur-Barometer
Aufschwungkräfte in der Euro-Zone erlahmen

In der Industrie der Euro-Zone mehren sich die Anzeichen, dass die Aufschwungkräfte allmählich erlahmen. Im Gegenwind der von den USA ausgehenden Finanzkrise wuchs der Sektor so schwach wie seit dem Spätsommer 2005 nicht mehr.

HB BERLIN. Das Erlahmen der Aufschwungkräfte geht aus dem RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex hervor. Das Konjunktur-Barometer sei auf 50,7 Punkte nach 52,0 Zählern im März zurückgegangen, teilte das britische Forschungsinstitut NTC am Freitag zu seiner Umfrage unter mehreren tausend Unternehmen mit.

Damit rückt die Stagnationsmarke von 50 Zählern näher. Die Zahl der Neuaufträge ging mit einem Wert von 48,6 erstmals seit etwa drei Jahren unter dem Strich wieder zurück. Besonders Gebrauchsgüter wurden deutlich weniger nachgefragt.

Nur Deutschland konnte im Kreis der größten Volkswirtschaften der Euro-Zone unter dem Strich mehr Neuaufträge einsammeln, auch wenn die Zuwächse geringer ausfielen als in den Vormonaten. Spanien und Italien verzeichneten hingegen die größten Orderrückgänge seit Ende 2001. In Frankreich war das Neugeschäft rückläufig, doch nicht so stark wie bei den südeuropäischen Nachbarn.

Der starke Euro, das teure Öl und die schwächere Weltkonjunktur drückten zudem die neuen Exportaufträge per saldo in der Euro-Zone leicht ins Minus. Auch die Produktion ging entgegen ersten Berechnungen von NTC leicht zurück. Außerdem verlangsamte sich der Jobaufbau.

„Die Euro-Zone scheint weniger gut gegen die von den USA ausgehenden Abschwungtendenzen gefeit zu sein als erhofft“, sagte der für Euroland zuständige RBS-Chefvolkswirt Jacques Cailloux. Besonders die schwächelnde Konsumneigung wirke dämpfend. Da steigende Lebensmittelpreise und unsicherere Zukunftsaussichten die Kauflaune der Konsumenten trübten, seien Verbrauchsgüter immer weniger gefragt.

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